HOME

Phishing: Er kaufte über fremde Konten ein: 26-Jähriger wegen Cyber-Abzocke vor Gericht

Über sogenannt Phishing-Attacken verschaffte sich ein 26-Jähriger aus Göttingen Zugang zu fremden Konten - und gab dann fleißig Geld aus. Nun steht er vor Gericht.

Online-Betrug ist weit verbreitet (Symbolbild)

Online-Betrug ist weit verbreitet (Symbolbild)

Getty Images

Er soll im Internet Bankdaten ausgespäht und mit fremden Kontodaten für Zehntausende Euro online eingekauft haben: Wegen mehr als 1400 strafbaren Handlungen muss sich ein 26-Jähriger ab Mittwoch vor dem Leipziger Landgericht verantworten. Laut Anklage hat er in mehreren Hundert Fällen bundesweit Phishing-Mails verschickt und außerdem Webseiten nach Sicherheitslücken abgesucht. Laut Staatsanwaltschaft entstand durch das Ausspähen und Abfangen der Daten von 2016 bis zur Festnahme des Beschuldigten ein Gesamtschaden von etwa 60 000 Euro. 

Die Phishing-Mails erinnerten an Nachrichten von Anbietern wie Amazon oder Paypal: Die Empfänger seien aufgefordert worden, Daten zur Kreditkarte oder für das Online-Banking anzugeben, sagte ein Gerichtssprecher. Erschlichene Daten seien für einen "mittleren vierstelligen" Eurobetrag verkauft worden.

Alleine 400 Bahntickets gekauft

Der 26-Jährige soll auch auf fremde Kosten online eingekauft haben: Er orderte mit den fremden Kontodaten Essen und Gutscheine sowie Waren bei Firmen. Zudem soll er in mehr als 400 Fällen Tickets bei der Deutschen Bahn bestellt haben. 

Der Angeklagte sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Zuletzt hatte er in Magdeburg gewohnt. Auch von Göttingen aus, seinem Geburtsort, soll er Taten begangen haben, so die Anklage. Weil er mindestens eine der Phishing-Mails von Leipzig aus verschickt haben soll, muss er sich dort vor Gericht verantworten.

mma / DPA