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Soziale Netzwerke: Eine Allianz gegen Facebook

Das soziale Netzwerk Facebook ist so erfolgreich, dass der Suchmaschinenriese Google mit einigen anderen Unternehmen als Gegenmaßnahme die Allianz Open Social gegründet haben. Ziel ist es, Webanwendungen zu vereinheitlichen, sodass sie auf den Websites aller Allianzmitglieder funktionieren.

Von Arndt Ohler und Helene Laube

Google hat mit zahlreichen Partnern zum Gegenschlag gegen den Rivalen Facebook ausgeholt. Der Internetsuchkonzern hat mit Unternehmen wie Oracle, Ning und Xing die Allianz Open Social gegründet. Deren Mitglieder werden externen Anwendern erlauben, kleine Programme für die jeweiligen Plattformen zu entwickeln. Das soziale Webnetzwerk Facebook hat dies vor Monaten eingeführt und ist damit erfolgreich.

Angesichts des enormen Erfolges von Facebook ist Google unter Zugzwang geraten. So hatte sich Google-Erzfeind Microsoft erst vor wenigen Tagen an Facebook beteiligt. Durch den Anteilsverkauf wird Facebook mit 15 Mrd. US-Dollar bewertet. Manager von Microsoft betonten, dass zahlreiche gemeinsame Projekte geplant seien. Sollte Facebook das Angebot um Funktionen wie Internetsuche ausbauen, besteht für Google oder Yahoo die Gefahr, dass Facebook-Nutzer nicht mehr auf deren Dienste zugreifen, sondern den Treff für die wichtigsten Funktionen im Internet verwenden.

"Brauchen keine zweite Schicht"

"Die Plattform ist das Internet, wir brauchen keine zweite Schicht wie Facebook", argumentiert Lars Hinrichs, Chef des deutschen Webportals Xing. Das Unternehmen ist derzeit eines von zwölf Partnern der Allianz.

"Bei Open Social geht darum, gemeinsame Spezifikationen zu erstellen, damit Entwickler eine einzige Anwendung programmieren können, die auf verschiedenen Websites läuft", sagte Joe Kraus, Chef des Produktmanagements bei Google, der FTD. Über Open Social und die Partner könnten Programmierer über 100 Millionen Menschen, erreichen, so Kraus. Weitaus mehr als Facebook mit seinen 50 Millionen Nutzern

Relativ langer Wettbewerb

Laut Kraus wird jeder Website-Partner selber entscheiden, wie der Umsatz mit den Entwicklern geteilt wird. Es gebe derzeit keine Abkommen darüber, dass Googles Onlinewerbeplattform das Geschäft für die Partner abwickeln werde. "Open Social ist kein Todesstoß für Facebook, sondern eine erste Runde in einem relativ langen Wettbewerb, der in den nächsten fünf Jahren stattfinden wird", sagte Gartner-Analyst Ray Valdes.

FTD