HOME

Boston Dynamics: Dieser gruselige Robo-Hund schnüffelt nun für die Polizei

Spot, der Roboter-Hund von Boston Dynamics, sorgte schon mehrfach für Schlagzeilen. Nun schnüffelt er für die Polizei Gauner aus.

Der Anblick fasziniert nach wie vor: Wenn sich der kopflose Roboter-Hund Spot des Unternehmens Boston Dynamics durch die Gegend manövriert, Hindernissen ausweicht sogar Stürze selbstständig ausgleichen kann, empfinden viele Menschen das als enorm gruselig. Das dürfte sich mit dem neuen Einsatzgebiet des Roboters kaum bessern: Spot ist seit kurzem bei der Polizei von Massachusetts im Einsatz.

Das bestätigte die Polizeibehörde des Bundesstaats auf Anfrage von Bürgerrechtlern. Demnach habe der Heimatstaat von Boston Dynamics damit begonnen, still und leise den Einsatz des Roboters im Arbeitsalltag zu testen, berichtet "The Independent". Die Bürgerrechtler waren darauf aufmerksam geworden, weil die Polizei Videos von Spot veröffentlicht hatten. Man gehe davon aus, dass der Roboter bereits eingesetzt wurde, erklärten sie der Zeitung.

Überwachung per Robo-Schnüffler

Spot sollte vor allem als "mobiles, ferngesteuertes Überwachungsgerät" eingesetzt werden, sagte ein Sprecher dem "Independent". "Aktuell wollen wir den Roboter vor allem in Situationen einsetzen, in denen man Informationen in einer Umgebung sammeln möchte, die zu gefährlich für einen Menschen ist. Er soll nicht physisch mit der Umgebung agieren", so der Sprecher. 

Das ist nicht selbstverständlich: Spot ist etwa in der Lage, Türen eigenständig zu öffnen. Zumindest theoretisch ließe er sich auch mit Waffen ausstatten. Der Leasing-Vertrag mit Boston Dynamics soll allerdings ausschließen, dass Spot benutzt wird "um Menschen zu verletzen oder einzuschüchtern".

Keine einfache Aufgabe: Glaubt man den Reaktionen auf die zahlreichen Videos zu Spot in sozialen Netzwerken, empfinden die meisten Menschen den Roboter selbst dann als gruselig, wenn er verspielt durch den Wald tollt. Wie sie reagieren, wenn er plötzlich im Alltag durch ihre Wohnung läuft, kann man sich vorstellen.

Die Bürgerrechtler hinter der Anfrage, die American Civil Liberties Union, sieht den Einsatz wohl auch deswegen kritisch. "Der Einsatz solcher Technologien erfolgt oft viel schneller, als unsere sozialen, politischen oder rechtlichen Umgebungen reagieren können", schrieb die Vereinigung in einem Statement gegenüber "Techcrunch". Sie fordern die Behörden auf, Pläne dieser Art offener zu kommunizieren.

Beeindruckende Mechanik: Dieser Roboter kann tanzen - so gut, dass es gruselig ist

Noch kein Massenprodukt

Nachdem Spot jahrelang in immer weiter verfeinerten Formen vor allem in sozialen Medien und Werbevideos auftauchte, kündigte die früher zu Google gehörende Firma im Frühjahr tatsächlich einen Marktstart für den Roboter an. Obwohl er seitdem auf der Seite des Unternehmens grundsätzlich bestellt werden kann, ist immer noch kein konkreter Preis bekannt. Er koste "weniger als ein Auto", erklärte der Konzern Ende September gegenüber "IEEESpectrum". Die genauen Kosten hingen auch von der Ausstattung ab, etwa ob ein Greifarm oder ähnliches benötigt werde.

Ein Massenprodukt ist Spot demnach aber noch lange nicht: Man habe bisher nur wenige Dutzend Roboter fertiggestellt, so der Business-Chef Michael Perry. Die Roboter-Revolution bei der Polizei wird also noch eine Zeit brauchen.
Quellen: Independent, Techcrunch, IEEESprectrum