Übernahmekampf Microsoft fokussiert auf Yahoos Websuche


Microsofts neuer Vorschlag an die Yahoo-Führung sieht offenbar vor, dass der Softwareriese nur das Suchmaschinengeschäft des Internetkonzerns übernimmt. Außerdem hält sich Microsoft-Chef Steve Ballmer weiterhin die Option einer Komplettübernahme offen.

Nach der gescheiterten Übernahme will Microsoft nun die Rosinen aus dem Yahoo-Konzern picken: Offenbar erwägt der US-Softwaregigant den Kauf des Suchmaschinengeschäfts. Auch den Erwerb von Anteilen wollte Microsoft nicht ausschließen - stellte aber Bedingungen.

Außerdem könnte Microsoft einen Minderheitsanteil an Yahoo kaufen, sobald sich das Internetunternehmen von seinen Vermögenswerten in Asien getrennt habe, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Montag. Es handele sich momentan aber nur um erste Überlegungen. Das Suchmaschinengeschäft sei auch noch nicht konkret bewertet worden. Microsoft und Yahoo wollten sich zunächst nicht äußern.

Microsoft hatte am Sonntag mitgeteilt, der Konzern habe Yahoo eine Alternative zu einem vollständigen Kauf vorgeschlagen. Der Softwarekonzern wurde allerdings nicht konkret. Anfang Mai hatte Microsoft seine 47,5 Mrd. $ schwere Übernahmeofferte nach drei Monaten intensiven Werbens zurückgezogen, weil sich Yahoo uninteressiert zeigte. Inzwischen ist das Management des Internetkonzerns aber in die Kritik einiger Großaktionäre geraten.

Auch eine Komplettübernahme bleibe eine Option, sagte Microsoft-Generaldirektor Steve Ballmer der ungarischen Wirtschaftswochenzeitung "Figyelö". Zu diesem Zwecke werde Microsoft möglicherweise auch mit dem Yahoo-Investor Carl Icahn gesondert verhandeln. Dieser hatte die Ablehnung der letzten Microsoft-Offerte in Höhe von 47,5 Mrd. $ (30,6 Mrd. Euro) durch Yahoo-Chef Jerry Yang massiv kritisiert.

"Derzeit sprechen wir nicht über einen Komplett-Aufkauf von Yahoo, sondern suchen nach anderen Lösungen", sagte Ballmer. "Doch wir halten uns die Option offen, dass wir ein Angebot für Yahoo als ganzes unterbreiten, oder wir verhandeln mit Aktionärsrebellen wie zum Beispiel Carl Icahn."

Am Sonntag hatte Microsoft mitgeteilt, dass die Gespräche mit dem Suchmaschinenanbieter wieder aufgenommen worden seien. Dabei wolle man unter anderem die Möglichkeiten einer "Transaktion" ausloten, hieß es in der Erklärung. Welche Art von Transaktionen Microsoft anstrebt, konkretisierte das Unternehmen darin nicht. Für einen späteren Zeitpunkt sei eine komplette Übernahme jedoch nicht ausgeschlossen, hielt die Unternehmensmitteilung fest.

FTD

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