webreporter Wer bietet mehr?


Mehr als 100.000 Mark Einstiegsgehalt winken den Neuen, munkelt man. Bestätigt wird das Gerücht aus der Informationsund Technikbranche durch die jüngste Studie des Nürnberger Instituts für Personal-Marketing. »/ANRISS«

Mehr als 100.000 Mark Einstiegsgehalt winken den Neuen, munkelt man. Bestätigt wird das Gerücht aus der Informationsund Technikbranche durch die jüngste Studie des Nürnberger Instituts für Personal-Marketing. Es ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, der die Gehaltsforderungen der Computerbranche drastisch steigen lässt. Wenn es nach Bundeskanzler Schröder geht, rettet die »Green Card« nach amerikanischem Vorbild Deutschland aus der Misere. Nett gedacht, Herr Schröder. Für die nachfolgende Generation macht sich stattdessen Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn stark. Sie will für die Internetforschung bis 2005 zusätzlich 200 Millionen Mark bereitstellen.

Es ist schon ein sonderbares Schauspiel, das sich rund um die Schulausbildung abspielt. Zuerst gab es eine Initiative »Schulen ans Netz«, bei der die alte Bundesregierung und ein paar engagierte Lehrer in Richtung Zukunft stapften. Zugespitzt: Es wurden Schulen mit oft uralter Hardware und ebenso antiquarischer Software ausgestattet, die Sponsoren machten zwar viel Tamtam um ihre scheinbar selbstlosen Spenden, vergaßen aber zu erwähnen, dass es den Schulen vor allem an den Geldern mangelte, mit denen sowohl die horrenden Telefonund Netz-Zugangsgebühren als auch die Schulungsgebühren für Lehrer bezahlt werden konnten. Besorgte Eltern riefen eigene Initiativen wie beispielsweise die Aktion »Schulpfennig« ins Leben. Pfiffige Schüler nahmen ihre Fortbildung selbst in die Hand, sie gründeten eigene Foren oder Hausaufgaben-Seiten und oft genug überrunden sie ihre Lehrer um Wissenslängen. Und genau da tritt ein neues Problem in den Vordergrund. Denn es mangelt nicht nur an Geld oder Computern, sondern an entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer.

Wie kann die Schulausbildung besser organisiert werden?

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oder diskutieren in unserem Gründer-Forum Selbst mit den jüngsten Geschenken von Telekom und AOL stellen die Spender die Schulen vor ein neues Problem: Können sie beispielsweise den kostenlosen ISDN-Anschluss der Telekom nutzen, aber als Online-Anbieter AOL auswählen? Sinnvoll wären gleiche Zugangsvoraussetzungen für alle, denn sonst quälen die Beteiligten sich unnötig mit Kompatibilitätsproblemen herum.

Bundeskanzler Schröder freute sich mit Telekom-Chef Ron Sommer, dass bis zum Jahr 2001 alle Schulen mit einem Gratis-Internetzugang versorgt sein sollen, und beide strahlten im Blitzlicht um die Wette. Auch AOL-Europa-Chef Andreas Schmidt sonnte sich gemeinsam mit dem Medienkanzler im Rampenlicht, nutzte aber das Thema »Schulen ans Netz«, um massiv Kritik am Konkurrenten Telekom zu üben. Der Internetzugang sei mittlerweile ein Grundrecht, aber die Preispolitik der Deutschen Telekom gründe eine Zweiklassengesellschaft, so Schmidt. Wenn alles gut geht, sind die Kids schlau genug, sich aus dem Streit der Konkurrenten das Beste herauszufischen und sich später fette Einstiegsgehälter in der Branche zu sichern.


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