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"Schick diese Nachricht an alle Freunde" Ein historischer Juli? Das steckt wirklich hinter diesem Whatsapp-Kettenbrief

Kettenbrief auf Whatsapp
Klingt spannend – der Whatsapp-Kettenbrief verspricht aber zu viel
© stern
Auf Whatsapp geht ein neuer Kettenbrief herum: Dieser Juli biete ein kalendarisches Phänomen, das zum letzten Mal vor 823 Jahren auftrat. Was historisch klingt, ist allerdings gar nicht so ungewöhnlich. Und den versprochenen finanziellen Segen bringt die Nachricht ohnehin nicht.

Kettenbriefe auf Whatsapp verbreiten sich rasend schnell: Ein User schickt die Nachrichten, die oft pseudophilosophische Sinnsprüche, paranoide Warnungen oder einfach nur meist ziemlich unlustigen Quatsch beinhalten, an einen oder mehrere Freunde aus seiner Kontaktliste weiter. Nach diesem Schneeballprinzip erreichen die Botschaften viele Menschen innerhalb kurzer Zeit. Manchmal sind sie nur nervig, manchmal beinhalten sie aber auch gefährliche Abzockfallen.

Zumindest das Letztere trifft auf den aktuell herumgehenden Kettenbrief zumindest nicht zu. Unsinn ist er trotzdem – auch wenn viele Menschen gerade darauf hereinfallen. 

Kettenbrief auf Whatsapp: Ein historischer Juli?

Darin geht es um ein kalendarisches Phänomen. "Der Monat Juli dieses Jahres hat 5 Samstage, 5 Sonntage und 5 Montage", heißt es darin. Dies komme nur alle 823 Jahre vor. In China soll das angeblich Glück bringen. Und wer die Nachricht weiterleitet, soll ebenfalls davon profitieren: "Schick diese Nachricht an alle deine Freunde und innerhalb von vier Tagen wird das Geld dich überraschen."

Kettenbrief auf Whatsapp
© stern

Was das Geld betrifft, so dürften dort die meisten wohl skeptisch sein – dass der Monat Juli im Jahr 2017 aber eine quasi historische Dimension hat, an der wir alle teilhaben dürfen, ist doch zumindest ein interessanter Fakt. Allein: Es stimmt nicht.

Geld gibt's leider auch nicht

Dass in einem Monat fünf Samstage, fünf Sonntage und fünf Montage vorkommen, passiert nämlich keineswegs nur alle paar hundert Jahre. Die Webseite mimikama, deren Autoren sich der "Aufklärung über Internetmissbrauch" verschrieben haben, hat nachgerechnet: Zuletzt trat dieses Phänomen im Oktober 2016 auf. Und davor im Oktober 2011.

Tatsächlich tritt diese Häufung von Tagen innerhalb eines Monats alle fünf bzw. sechs Jahre auf, je nach Schaltjahr. Und keineswegs, wie in dem Kettenbrief behauptet, nur einmal im Leben. Das nächste Mal ist es im Oktober 2022 so weit. Der Kettenbrief wird sich bis dahin aber wohl munter weiter verbreiten.

Ach ja, das mit dem Geld stimmt übrigens auch nicht. Aber das wussten Sie wahrscheinlich schon.

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