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Internet Fraunhofer-Studie zeigt, wie unsicher viele Wlan-Router wirklich sind

Viele Wlan-Router sind unsicher
Viele Wlan-Router sind unsicher
© Armin Weigel/DPA
Wlan-Router sind fester Bestandteil vieler Haushalte. Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts zeigt nun jedoch: Fast alle getesteten Modelle sind unsicher. Ein Hersteller kann jedoch glänzen.

Unterwegs surft mittlerweile fast jeder auf dem Smartphone. Doch in den eigenen vier Wänden läuft nach wie vor nichts ohne ein stabiles Wlan. Streaming-Dienste wie etwa Netflix brauchen immer höhere Datenraten, ebenso wächst die Zahl der vernetzten Geräte rasant: Spielkonsolen, Fernseher, Sprachlautsprecher, Babyphones - alles kommuniziert via Internet miteinander. Das ist praktisch, kann aber auch gefährlich werden. Vor allem wenn der Router nicht ausreichend gegen Schwachstellen gesichert ist." Und das ist leider häufiger der Fall, als man denkt, wie der aktuelle "Home Router Security Report" des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) zeigt.

Hunderte Schwachstellen in Routern

Untersucht wurden insgesamt 127 Wlan-Router von sieben Herstellern, die bei Privatnutzern zum Einsatz kommen. Das beunruhigende Ergebnis: Bei fast allen getesteten Modellen fand das Experten-Team Mängel. Mal fehlten Sicherheitsupdates, in einigen Fällen existierten sogar Sicherheitslücken, die eigentlich längst hätten behoben sein müssen.

"Die Auswertung hat ergeben, dass kein einziger Router ohne Fehler war", erklärt Sicherheits-Experte Peter Weidenbach. "Der Extremfall unter den geprüften Geräten hatte sogar 2000 Tage lang kein Sicherheitsupdate mehr erhalten. Manche waren sogar von Hunderten bekannter Schwachstellen betroffen." Insgesamt sei die Update-Situation verheerend: "46 Router hatten in den letzten zwölf Monaten kein Sicherheitsupdate erhalten."

Eine Ursache für die Sicherheitsmängel sei die Tatsache, dass mehr als 90 Prozent der untersuchten Wlan-Router auf das freie Betriebssystem Linux setzen, jedoch häufig auf veraltete Versionen. Das ist insofern bemerkenswert, weil für Linux regelmäßig Sicherheits-Aktualisierungen veröffentlicht werden, allerdings versäumen viele Hersteller, die Updates regelmäßig einzuspielen.

Ein weiteres, vermeidbares Manko: Etliche Router haben simple, leicht zu erratende Passwörter oder gar Anmeldedaten, die vom Nutzer nicht verändert werden können.

AVM top, Netgear und Asus empfehlenswert

Steht der Kauf eines neuen Wlan-Routers an, sollte man unbedingt vorher prüfen, ob der Hersteller regelmäßig und über einen längeren Zeitraum Sicherheits-Updates bereitstellt. Der Test zeigt etwa, dass AVM - der Hersteller der in Deutschland populären Fritzbox - in puncto Sicherheit vieles richtig macht, auch wenn die Router ebenfalls nicht perfekt sind. Zudem sind Asus und Netgear in einigen Bereichen zuverlässiger als D-Link, Linksys, TP-Link und Zyxel.

Geräte von Huawei wurden in dem Test nicht berücksichtigt, weil der Hersteller seine Firmware nicht öffentlich einsehen lässt. Eine wenig nachvollziehbare Entscheidung, wenn man bedenkt, welche Bedeutung die Sicherheit des eigenen Wlan-Netzes hat.

Quelle:Fraunhofer

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cf

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