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Dyson, Neato, Botvac: Hundehalter werden Staubsaugroboter lieben

Selbst Staubsaugen oder saugen lassen? Staubsaugende Roboter werden immer günstiger, sind jedoch nicht für jeden Haushalt sinnvoll. Bis auf eine Ausnahme.

Seit Jahren bewirbt die IT-Industrie das smarte Zuhause, in dem alle Geräte miteinander vernetzt sind und den Bewohnern so den Alltag bequemer machen sollen. Das Internet der Dinge in den eigenen vier Wänden. Der Kühlschrank spricht mit dem Smartphone, Lautsprecherboxen verbinden sich über das ganze Haus zu einer riesigen Stereoanlage, die Heizung erkennt, wenn ein Fenster geöffnet ist und das Licht wenn jemand den Raum verlässt.

In unserer Aktion SmarterLife wollten wir all das selbst einmal ausprobieren. Im Hamburger Karoviertel mieteten wir ein Loft und spielten eine Woche lang mit jenen Produkten, die ganz normale Wohnungen zu einem Smart Home machen sollen - darunter auch mit Staubsauger-Robotern. Im Film haben wir nur ein Modell verwendet, der Vollständigkeit halber stellen wir an dieser Stelle noch die anderen Roboter aus unserem Fuhrpark vor.

Die Auswahl an den selbstständigen Staubsaugern ist mittlerweile vielfältig. Es bieten sowohl die klassischen Staubsaugerhersteller wie Dyson, Dirt Devil und Vorwerk Roboter an,  jedoch drängen auch einige neue Firmen wie iRobot und Ecovacs auf den Markt. Eine Kaufempfehlung ist schwierig, denn jeder Robosauger hat seine Vor- und Nachteile und natürlich seinen Preis. Die Faustregel: Je teuer er ist auf desto mehr Sensoren kann der Roboter zurückgreifen. Geräte unter 500 Euro haben oft nur einen Sensor, während die teuren Modelle ihre Umgebung mit Laserstrahlen und Ultraschall ertasten sowie mit Schmutzsensoren besonders dreckige Stellen erkennen, damit der Robo diese Fläche dann mehrfach abfährt. Neigt sich der Akku dem Ende entgegen, rollen die kleinen Helfer von allein auf ihre Dockingstation und tanken nach.

Der Dyson 360 Eye heißt so, weil er mit einer 360-Grad-Kamera seine Umgebung vermisst. Der einzige Sauger im Metallmantel - Fullmetaljacket sozusagen.

Der Dyson 360 Eye heißt so, weil er mit einer 360-Grad-Kamera seine Umgebung vermisst. Der einzige Sauger im Metallmantel - Fullmetaljacket sozusagen.

Mit 1000 Euro gehört der Dyson 360 in unserem Testfuhrpark zu den teuersten Staubsaugerrobotern. Die Saugleistung ist durch die so genannte Multizyklon-Technik von Dyson ausgezeichnet. Doch diese Stärke ist auch zugleich seine Schwäche. Die spezielle Saugtechnik braucht Platz in der Höhe. Mit gut zwölf Zentimetern ist der Dyson eine Riese unter den Robotern und passt nicht mehr unter Möbel, wie Schränke, Sessel oder Sofas. Durch seine runde Form fällt ihm das Sauberhalten von Ecken schwer, Seitenbürsten hat er nicht. Hier hat offenbar die Designabteilung die Ingenieure bei der Produktgestaltung überstimmt. Der Dyson 360 läuft wie R2D2 auf kleinen Ketten. Selbst höhere Türleisten und Kabel überwindet er mit Leichtigkeit.

Der Roombar 980 Staubsauger. 

Der Roombar 980 Staubsauger. 

Der iRobot Roombar 980, für ebenfalls rund 1000 Euro, Punktet dort, wo der Dyson schwächelt – und umgekehrt.  Die Saugleistung ist  mäßig, dafür kommt der runde Roombar dank seiner Seitenbürste auch in Ecken und durch die geringe Höhe unter Möbel. Für die Navigation im Raum sorgt eine Kombination aus Kameras und Ultraschallsensoren, so orientieren sich die Kameras an markanten Stellen an den Wänden wie zum Beispiel Bilder.

Zwar lassen sich die meisten Robo-Sauger per Knopfdruck starten, doch ihr vollen Potenzial entfalten sei erst durch die Steuerungsapp. So lässt sich via Smarthone der Roboter starten oder bestimmte Reinigungsprogramme festlegen. Und wenn "Robi" irgendwo hängen bleibt, meldet er sich bei seinem Besitzer. 

Der Neato D7 gehört zu den günstigen aber guten Robotern.

Der Neato D7 gehört zu den günstigen aber guten Robotern.

Der Neato Botvac Connected hat sich in unserem Test recht oft bei uns gemeldet. Entweder blieb an Verlängerungskabeln hängen oder verschluckte sich an dem zugegebenermaßen sehr klebrigen Popcorn auf der Teststrecke.

Der Botvac zählt mit einem Preis ab 500 Euro hingegen zu den günstigsten Robotern. Auf der IFA 2017 wurde das jüngste Modell D7 vorgestellt, das sich nicht nur wie gewohnt über eine App, sondern auch per Sprache über Amazon Alexa oder Google Home steuern lässt. In unserem Test Schlug sich das Modell D5 sehr wacker.

Die Saugtechnik ist bei den meisten Modellen gleich: rotierende Bürsten an den Seiten schaufeln den Dreck in die Mitte, wo er von einer Bürstenwalze in den Staubehälter transportiert wird. Das klappt im Alltag zwar sehr ordentlich, doch die Roboter sind natürlich nicht so gründlich wie Mensch mit Besen oder Handsauger. Vorteil der Automaten: Sie halten Haus und Wohnung auf den ersten Blick sauber, ohne das der Besitzer sich darum kümmern muss. Wer Haustiere hat, wird die anspruchslosen Automaten lieben. Hunde- und Katzenhaare zählen zu den Roboter-Leibspeisen.

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