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"Connect" testet Mobilfunkanbieter Wer das schnellste Netz hat


Die Mobilfunkzeitschrift "Connect" hat die deutschen Mobilfunknetze getestet. Zwischen den vier großen Anbietern zeigen sich besonders bei den schnellen LTE-Netzen große Unterschiede.

Das Smartphone ist für viele Deutsche inzwischen zum ständigen Begleiter geworden: In der Stadt und auf dem Land wird fleißig gesurft, gemailt und telefoniert. Funklöcher und langsames Internet werden da schnell zum Ärgernis. Besonders bei den schnellen Datenverbindungen mit LTE gibt es gravierende Unterschiede zwischen den Netzbetreibern. Die Handyzeitschrift "Connect" hat die vier großen deutschen Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus einem aufwändigen Test unterzogen.

So wurde getestet

Mit zwei getrennten Fahrzeugen und je vier modernen Smartphones waren die Tester auf dem Land und in den Städten unterwegs. LTE-Verbindungen werden immer bedeutsamer: Daher waren alle Geräte in der Lage, die schnellen Netze zu nutzen. Die Messwagen erfassten in regelmäßigen Abständen die Netzversorgung. Neben großen Städten wie München Hamburg und Berlin wurde auch die Netzqualität in kleineren und mittleren Städten getestet. An stark frequentierten Plätzen waren die Tester auch zu Fuß unterwegs. Mit vier Tablets mit automatischer Messeinrichtung erfassten sie zudem auch die Indoor-Versorgung.

Eines konnten die Tester für alle Netze feststellen: Die Verwendung der schnellen LTE-Verbindungen ist derzeit für die Sprachtelefonie noch eine Herausforderung. Da Telefonieren über LTE noch nicht möglich ist, müssen die Geräte vor jedem Gespräch auf einen älteren Standard runterschalten - das sorgt für einen längeren Verbindungsaufbau und eine höhere Fehleranfälligkeit. Auch hier zeigten sich gravierende Unterschiede zwischen den Mobilfunkanbietern.

Deutsche Telekom: Zum dritten Mal in Folge Testsieger

Hattrick für die Deutsche Telekom: Bereits zum dritten Mal in Folge kann das Unternehmen den Sieg im Netztest für sich verbuchen. Das liegt nicht nur an dem gut ausgebauten LTE-Netz, sondern auch an der Verbindungsqualität bei Datentransfer und Sprachtelefonie. Mit einer Abdeckung von 80 Prozent in LTE-Netzen liegt die Telekom klar vor den Mitbewerbern. Die Datenverbindung erreicht einen Durchschnittswert von 36 Megabit pro Sekunde - das reicht locker, um auch Videos in High-Definition auf Youtube ohne Probleme unterwegs anschauen zu können, schreibt "Connect".

Auch in Sachen Telefonie setzt die Telekom Maßstäbe: Trotz der bekannten Probleme in LTE-Netzen merkt man innerstädtisch kaum einen Unterschied zum LTE-freien Vorjahr. Auch auf dem Land steigt die Rufaufbauzeit nur minimal. Obgleich das Telekomnetz in manchen Regionen noch Lücken aufweist, hat es der Anbieter geschafft den Vorsprung zur Konkurrenz weiter auszubauen.

Vodafone: Datennetz gut, Probleme beim Telefonieren

Mit einer LTE-Netzabdeckung von 75 Prozent landet Vodafone dicht hinter dem Testsieger Telekom. Laut "Connect" sind Mobilsurfer mit einer durchschnittlichen Datenrate von 20 Megabit pro Sekunde bei Vodafone bestens bedient. Die Qualität bei Telefongesprächen lässt jedoch noch zu wünschen übrig.

Im Schnitt dauert der Verbindungsaufbau zwei bis drei Sekunden länger als bei der Telekom. Auch Fehler treten im Netz von Vodafone häufiger auf. Steht die Verbindung, sind Klang und Stabilität jedoch auf dem hohen Niveau der Telekom.

O2: Besonders in den Städten im Aufwind

Mit 65 Prozent LTE-Netzabdeckung schafft es O2 im Test lediglich auf den dritten Platz. Außerhalb von Städten habe O2 spürbar hinter Vodafone und der Telekom gelegen, schreibt "Connect". Das sei jedoch auch dem späteren Start der LTE-Verbindungen des Anbieters geschuldet. Bei den Datendiensten hat sich O2 jedoch insgesamt stark verbessert: Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelten sich die Geschwindigkeiten. In Städten ist man so mit durchschnittlich 15,5 Megabit pro Sekunde unterwegs. Außerhalb lässt die Zuverlässigkeit der Datenverbindungen aber nach.

In Sachen Rufaufbauzeiten und Klangqualität ist bei O2 ebenfalls ein Unterschied zur Telekom und zu Vodafone zu erkennen. Dies ist laut "Connect" dadurch zu erklären, dass statt das UMTS-Netz zu nutzen, häufiger zu GSM-Verbindungen gewechselt wird.

E-Plus: Kein LTE, aber gut fürs Telefonieren

Bei der Qualität von Telefonaten zeigt E-Plus im Vergleich zum Vorjahr deutliche Fortschritte: Das Netz wurde auf den neuesten Stand der UMTS-Technik gebracht und ermöglicht Nutzern zuverlässiges und preiswertes Telefonieren, schreibt "Connect"

Bei den Datendiensten muss E-Plus jedoch hinter den übrigen Anbietern zurückstehen: LTE-Verbindungen bietet der Netzbetreiber noch nicht an - der Ausbau ist erst für 2014 geplant. Laut "Connect" sind die Werte im 3G-Netz jedoch auf einem akzeptablen Niveau. So dauert zum Beispiel das Hochladen einer drei Megabyte großen Datei im Schnitt sechs Sekunden. Gerade außerhalb von Städten bieten aber Telekom und Vodafone eine höhere Zuverlässigkeit.

Fazit

Der "Connect"-Test macht deutlich, dass die Deutsche Telekom und Vodafone zur Zeit bei Datendiensten und Telefonie die Nase vorn haben. Obwohl O2 und E-Plus langsam nachziehen, bleibt ein sichtbarer Abstand zu den ersten beiden Plätzen im Test. E-Plus hat im Bereich Telefonie deutlich zugelegt, kann aber mit den aufgrund der LTE-Verbindungen gestiegenen Ansprüchen nicht mithalten. Auch O2 muss bei seinen Datendiensten noch nachbessern, um Chancen auf die oberen Plätz zu erhalten. Trotz Mängeln bei der Qualität von Telefonaten reicht das LTE-Netz aber aus, um E-Plus erneut zu schlagen.

Vodafone und die Deutsche Telekom liefern sich daher weiter ein Rennen um das beste Netz in Deutschland. Da die Telekom bei Datendiensten und Telefonie Topniveau bietet, schafft es Vodafone nicht an den Testsieger heranzukommen. Im Datennetz ist Vodafone der Telekom dicht auf den Fersen, muss aber im Bereich der Telefonie noch nachbessern.

Der "Connect"-Test zeigt: Kunden sollten genau darauf achten, welche Anforderungen sie an ihren Netzbetreiber stellen, und wo sie ihr Smartphone benutzen wollen.

db

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