Handy-Kosten im Urlaub SMS und Telefonate im EU-Ausland werden billiger


Wer in Europa Urlaub macht, kann bald billiger SMS verschicken und telefonieren. Grund: Das Europaparlament hat die zulässigen Höchstpreise gesenkt. Ab dem 1. Juli darf eine SMS maximal 13 Cent kosten, eine Gesprächsminute 51 Cent.

Dieser Beschluss dürfte alle Handy-Besitzer freuen, die gern verreisen: Das Europaparlament hat die zulässigen Höchstpreise für SMS und Gespräche im europäischen Ausland gesenkt. Demnach darf eine SMS inklusive Mehrwertsteuer ab dem 1. Juli nur noch 13 Cent kosten, der Höchstbetrag für eine Gesprächsminute liegt dann bei 51 Cent. "Diese Abstimmung bedeutet das Ende der Abzocke beim Roaming", erklärte EU-Kommissarin Viviane Reding. Bisher zahlen die deutschen Verbraucher im Schnitt 40 Cent pro Textnachricht.

Die neue Preisgrenze liegt nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom unter dem durchschnittlichen Inlandspreis von 19 Cent. Den Vorwurf, die Preissenkung schade den Unternehmen, wies Reding zurück: "Wenn die europäischen Bürger ihre Mobiltelefone künftig im Ausland ebenso rege nutzen wie daheim, ist das im Interesse der Industrie."

Auch der europäische Verbraucherschutzverband BEUC begrüßte den Beschluss: "Das EU-Parlament hat sichergestellt, dass Verbraucher nach dem Sommerurlaub beim Anblick der Telefonrechnung keinen Schock erleiden", erklärte die Generaldirektorin des Verbands, Monique Goyens.

Für Telefonate mit dem Handy gibt es eine weitere Neuerung: Künftig muss nach Gesprächen, die länger als eine halbe Minute dauern, eine sekundengenaue Abrechnung stattfinden. Bislang rechnen die meisten Unternehmen im Minutentakt ab, was laut EU-Kommission Mehrkosten von durchschnittlich 24 Prozent pro Gespräch bedeutet. Außerdem sollen die Gebühren in den kommenden Jahren weiter sinken: Am 1. Juli 2010 fällt die Obergrenze auf 39 Cent netto pro Minute (46 Cent brutto), ab Juli 2011 liegt der zulässige Höchstpreis bei 35 Cent pro Minute (41 Cent brutto).

Keine Höchstgrenze für MMS

Allerdings ist ihre Freude dadurch ein wenig getrübt, dass die Preise für den Versand von Fotos per Handy oder Laptop keine Obergrenze bekommen haben. Hier beschränkte sich die EU auf eine Regulierung der Großhandelspreise zwischen den verschiedenen Netzbetreibern. Zum Schutz der Kunden tritt aber auch hier ein neues Gesetz in Kraft: Wenn ein Rechnungsvolumen von 50 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer erreicht wird, wird die Internetverbindung gekappt. Diese Regel soll für alle Kunden gelten, die nicht bis zum 1. Juli 2010 ausdrücklich Einspruch dagegen einlegen.

Vor der tatsächlichen Unterbrechung der Verbindung wird aber in jedem Fall ein Warnhinweis versandt, so dass der Nutzer sie verhindern kann. Auf diese Weise soll der Schutz vor bösen Überraschungen gewährleistet sein, damit Kunden nicht das Gleiche passiert wie einem deutschen Verbraucher: Nach Angaben der EU-Kommission hat er eine Rechnung über 46.000 Euro bekommen, weil er auf einer Frankreich-Reise eine Fernsehsendung aus dem Internet heruntergeladen hatte.

AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker