HOME

iPhone: So will Apple Abzocke im App Store bekämpfen

Der App Store war lange einer der wichtigsten Kaufgründe für das iPhone. Heute ist er übersät mit Lock-Angeboten und Freemium-Abzocke. Jetzt will Apple sein ehemaliges Zugpferd retten.

Apple iPhone App Store Fake

Apples App Store für iPhone und iPad hat ein Fake-Problem

Es war eine Revolution: Als Steve Jobs 2008 gemeinsam mit dem iPhone 3G den App Store ankündigte, hatte Apple mit einem Schlag das Smartphone geboren, wie wir es heute kennen. Mit Anwendungen für jeden erdenklichen Zweck, von Spielen bis Instagram und Banking, wurde die heutige Mobile-First-Gesellschaft erst möglich. Doch der App Store hat Probleme - und Apple versucht nun endlich, sie anzugehen.

Denn die Zeiten, als Apple noch mit "There's an app for that" und immer höheren Zahlen zu verfügbaren Apps Werbung machte, sind lange vorbei. Das Interesse ist mittlerweile rapide gesunken. Kaum jemand stöbert heute noch einfach mal nach neuen Apps. Ein Grund dafür ist sicher das Überangebot: Von den über zwei Millionen Apps, die es mittlerweile im App Store gibt, sind 90 Prozent praktisch völlig unbedeutend, hat eine Studie letzten August herausgefunden. Kein Wunder: Wenn die Programme nicht in irgendwelchen Top-10-Listen oder Artikeln zu den besten Apps auftauchen, existieren sie für die meisten Nutzer schlicht nicht. Ein unlösbares Problem mit der App-Masse.

+++ Hier finden Sie alle iPhone 8 Gerüchte +++

Kampf gegen Freemium-Abzocke

Einen anderen Schwachpunkt will Apple nun in den Griff bekommen: Eine  gigantische Menge von Apps hat es zum Geschäftsmodell gemacht, vermeintlich kostenlos zu sein, dann aber über In-App-Käufe den Nutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Verboten ist das nicht, auch wenn Apple sicher nicht glücklich darüber ist. Wenn viele Nutzer sie laden, landen solche Apps schnell in den Top-Listen - wo sie dann noch häufiger geladen werden. Diesen Apps sagt Apple gerade den Kampf an. Nach den neuen Entwickler-Richtlinien dürfen Apps nun weder im Namen, noch im App-Symbol oder den Screenshots damit werben, dass sie kostenlos sind. So werden die Apps zwar nicht verschwinden, ihre Dominanz im App Store dürfte aber drastisch sinken. Eine gute Entscheidung.

Auch eine andere Seuche des App Stores geht Apple zur Zeit an: Mit dem neuen iOS 10.3 für iPhone und iPad erhalten die App-Store-Kunden nun die Möglichkeit, Bewertungen der Apps ihrerseits zu bewerten. Sie können nun als hilfreich oder eben nicht hilfreich markiert werden - wie man es etwa auch von Amazon kennt. Damit will Apple wohl gegen die Unmengen an Fake-Bewertungen vorgehen, die den App Store seit Ewigkeiten plagen und dafür sorgen, dass Betrüger ihre Abzock-Apps mit falschen Bewertungen und Downloads unter die Leute bringen. Ein Problem, das - genau wie Freemium-Apps - auch bei Googles Play Store extrem weit verbreitet ist und Kunden die Lust am Stöbern nimmt.

Nachrichten-Apps: Das sind die besten Alternativen zu Whatsapp

Vernachlässigte Apps verschwinden

Der härteste Schnitt dürfte aber in wenigen Monaten kommen: Mit der aktuellen iOS-Testversion 10.3.2 beendet Apple den Support von 32Bit-Apps. Die setzen noch auf eine veraltete Architektur, die von modernen 64Bit-Prozessoren zwar unterstützt wird, aber zu Verzögerungen führen kann. Seit der Einführung des iPhone 5s setzt Apple nur noch auf 64Bit-Prozessoren, alle neuen Apps und Updates müssen sie seit 2015 unterstützen. Tausende ältere Apps, die seitdem kein Update erhielten, würden für Nutzer moderner iPhones mit einem Schlag aber aus dem App Store fliegen. Damit würde zwar die Zahl der Apps unter zwei Milllionen fallen - dafür würden aber auch nur die überbleiben, die wenigstens ab und an gepflegt werden.

Ob die Maßnahmen dem App Store noch einmal frischen Wind verpassen, muss sich zeigen. Die Übersättigung mit Apps ist mittlerweile vielleicht auch zu weit fortgeschritten. Aber immerhin müssen sich diejenigen, die noch wirklich stöbern, dann weniger mit Abzocke und veralteten Apps herumärgern. Und das ist ja schon eine klare Verbesserung.

iOS: iPhone: Diese Tricks sollte jeder Apple-Nutzer kennen
iOS 12 iPhone X Nicht stören

Ruhe im Kino

"Nicht stören" wird in iOS 12 noch praktischer. Hält man das Halbmond-Symbol im Kontrollzentrum gedrückt, erscheint eine Auswahl, wie lange der Modus eingeschaltet bleiben soll - und die neue Möglichkeit, ihn bis zum Verlassen des aktuellen Ortes aktiv zu lassen. So herrscht im Kinosaal oder dem Restaurant Ruhe.

stern.de


mma