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Apple-Gerüchte Warum das echte Highlight des iPhone 8 wohl nicht die Hardware ist

Ein Konzeptbild des iPhone 8
So stellt sich Designer Veniamin Geskin das iPhone 8 vor
© Screenshot Youtube
Mit dem iPhone 8 will Apple dieses Jahr in die Vollen gehen. Doch trotz komplettem Redesign und Spitzentechnik könnte die wichtigste Neuerung sich woanders verstecken.

Als Apple 2011 das iPhone 4s vorstellte, war es eigentlich nur eine etwas aufgepimpte Version des iPhone 4 - mit einer entscheidenden Neuerung: Mit Siri läutete Apple das Zeitalter der sprachgesteuerten Assistenten ein, alle zogen nach. Nun scheint der Konzern für das diesjährige iPhone etwas Ähnliches zu planen und will wohl die Grenzen zwischen Smartphone und Umgebung für immer verwischen.

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Dabei wäre das beim iPhone 8 - auch als iPhone X oder iPhone Edition gehandelt - eigentlich gar nicht nötig. Zum zehnten Jubiläum des ersten iPhones will Apple dieses Jahr eine komplett neu gestaltete Version präsentieren, die mit einem nahezu die vollständige Front bedeckenden Riesendisplay und ganz ohne Knöpfe neue Designmaßstäbe setzen soll. Das Problem: Nahezu randlose Smartphones haben dieses Jahr auch die Konkurrenten im Gepäck, LG hat sein LG G6 bereits gezeigt, das Galaxy S8 will Samsung nächste Woche vorstellen. Als echtes Alleinstellungsmerkmal muss also etwas anderes her.

Das iPhone als AR-Einstieg

Der bestens informierte Apple-Experte Mark Gurman ist in einem Artikel für "Bloomberg" überzeugt: Apple will mit dem iPhone 8 das schaffen, woran Google gescheitert ist - und mit "Augmented Reality" (AR) die Grenzen zwischen virtueller und echter Welt verschwimmen lassen. Tim Cook hat sich schon häufiger äußerst positiv über AR geäußert, er sagt der Technologie ein ähnlich revolutionäres Potenzial wie dem Smartphone voraus. "AR-Erfahrungen werden für uns so selbstverständlich sein wie drei Mahlzeiten am Tag. Es wird ein Teil von uns sein", zitiert Gurman den Apple-Chef.

Im Gegensatz zur Virtuellen Realität kapselt AR den Nutzer nicht komplett aus dem echten Leben ab, sondern legt Informationen über das Sichtfeld. Google hatte mit Glass einen ersten Abstecher in diesen Bereich gewagt - und war bei den Kunden krachend gescheitert. Damit Apple nicht dasselbe passiert, hat der Konzern eine ganze Forschungsabteilung eingerichtet, berichtet Gurman unter Berufung auf anonyme Insider.

Kommt die Apple-Brille?

Das Team besteht aus Apples Hard- und Software-Experten sowie "talentierten Außenseitern". Einige davon haben etwa die VR-Brille Oculus Rift oder Microsofts AR-Brille Hololens mitentwickelt, andere zaubern sonst die digitalen Effekte für Hollywood-Filme wie "Avatar" oder "Kong". Zusammen mit von Apple eingekauften Firmen für AR-Hardware, Videospiele und VR-Software sollen sie den gordischen Knoten lösen, wie man AR-Anwendungen massentauglich umsetzt.

Wie Google sieht Apple das größte Potenzial in einer Datenbrille, die der Konzern zusammen mit dem deutschen Traditions-Unternehmen Zeiss entwickeln soll. Für das Interesse der Masse soll dagegen das iPhone sorgen. Das iPhone-Kamera-Team arbeitet Gurman zufolge deswegen unter Hochdruck an AR-Anwendungen für Apples nächstes Smartphone. 

Apple-Gerüchte: Warum das echte Highlight des iPhone 8 wohl nicht die Hardware ist

AR-Tricks für die iPhone-Kamera

Das iPhone 8 soll etwa dank einer speziellen Kamera-Technik in der Lage sein, den Fokus von Fotos oder einzelner abgebildeter Objekte im Nachhinein zu verschieben. Dazu misst die Kamera Tiefeninformationen gesondert vom Bild. Auch an Snapchat-ähnliche, in das Bild eingebaute virtuelle Objekte bastelt das Team. Ob das als Abgrenzung zu anderen Spitzen-Smartphones reicht, muss sich zeigen. Noch setzt allerdings keines auf eigens für AR entwickelte Komponenten, Apple wäre mit seiner speziell gerüsteten Kamera klarer Vorreiter.

Dass Augmented Reality die Zukunft ist - und Apple sich einen großen Teil des Kuchens schnappt -, sagen auch andere Beobachter voraus. Der renommierte Markt-Analyst Gene Munster ist sich sicher, dass das iPhone 8 Apples Schlüssel dazu ist. Es wird damit "den Grundstein für das nächste Computer-Paradigma legen", sagte er gegenüber CNBC. Und vielleicht schafft Apple mit guter Soft- und schicker Hardware tatsächlich das, woran die Konkurrenten wie Google mit Glass scheiterten: Die neue Technologie zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags und einem echten Verkaufserfolg zu machen. Es wäre nicht das erste Mal.


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