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iPhone-Presseschau: "Nicht billig, aber bunt"

"Keineswegs günstig", "kaum echte Neuerungen": Die meisten Kritiker sind enttäuscht von Apples neuen iPhones - vor allem vom Einsteiger-Modell 5C. Die Konkurrenz könne mehr.

Nach langen Monaten hat Apple am Dienstag seinen Fans und Kritikern endlich wieder eine Neuheit präsentiert. Am Abend stellte Apple-Chef Tim Cook am Firmensitz im kalifornischen Cupertino die neuen iPhone-Modelle - das 5S und die günstigere Variante 5C - vor. Doch zumindest in den Medien konnten die erfolgsverwöhnten Amerikaner die hohen Ewartungen nicht erfüllen, die ihnen standesgemäß entgegen gebracht werden. Das lag vor allem am vermeintlichen "Billig-iPhone" 5C, das viele Kritiker als zu teuer empfinden - aber auch an grundlegenden Schwächen.

Die Pressestimmen zu den neuen iPhones:

"Spiegel Online"

Mäßig begeistert urteilen Matthias Kremp und Ole Reißmann auf "Spiegel Online" und verweisen auf das neue Premium-Smartphone des südkoreanischen Konkurrenten LG: "Auch wenn es keine vollkommene Enttäuschung ist: Die neuen iPhones sind nicht die herausragenden Geräte, die sie hätten sein sollen. Viel Kosmetik, ein modernisiertes Betriebssystem, neue Farben und ein bisschen aufgefrischte Technik - das ist schön, aber die Zahl der Fehlstellen gegenüber Highend-Android-Handys wie das G2 von LG ist immer noch groß."

"faz.net"

Verhalten zeigt sich auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Michael Spehr kritisiert auf faz.net vor allem den Preis der billigeren Variante iPhone 5C: "Das iPhone 5s, der Nachfolger des aktuellen Apple-Flagschiffs, überrascht kaum. Beide sind auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden. Beim Preis des iPhone 5c staunt man hingegen. Das vermeintliche Billig-Smartphone ist keineswegs günstig."

"zeit.de"

Ein Abkehr von Apples bisheriger Premium-Strategie sieht Kai Biermann auf "zeit.de". Mit dem günstigeren iPhone 5C setzten die Kalifornier erstmals auf den Massenmarkt: "Bislang genügte es Apple in diesem Rennen, die teuersten Geräte anzubieten. Jedes iPhone hat sich bisher besser verkauft als das Vorgängermodell. Das war auch beim iPhone 5 nicht anders. Doch wird die Marke inzwischen nicht mehr als so edel wahrgenommen, andere Hersteller wie HTC haben auch hervorragend verarbeitete Smartphones voller Funktionen im Programm. Apple setzt daher nun offensichtlich zum ersten Mal auf Masse."

"Frankfurter Rundschau"

Apple ziele mit dem günstigeren 5C auf die Schwellenländer, stimmt dem Timot Szent-Ivanyi zu. In der "Frankfurter Rundschau" schreibt er: Mit dem preiswerteren Modell, dessen Gehäuse aus Plastik und nicht aus Aluminium bestehe, wolle Apple den Absatz-Boom der meist günstigeren Android-Smartphones stoppen. Die Technik stamme weitgehend aus dem Vorgängermodell.

"tagesspiegel.de"

Ähnlich sieht das der Berliner "Tagesspiegel". "Mit dem iPhone 5C, der preiswerten Variante, soll nun einer der größten von Apple noch nicht erschlossenen Märkte erobert werden. Bis zu 40 Millionen iPhones könnte Apple allein in China absetzen", schreibt Kurt Sagatz. Auch er zeigt sich wenig euphorisch: "Apple wird seinen Kunden und Fans tatsächlich nur ein überarbeitetes iPhone 5S in der Größe des aktuellen Modells anbieten und kein iPhone 6 mit größerem Display". Die einzige echte Neuerung sei der Fingerabdruck-Sensor, mit sich das Smartphone ohne Passwort entsperren lasse.

"welt.de"

Die "Welt" ist ebenfalls überrascht vom vergleichsweise hohen Preis des iPhone 5C: "Apples Billig-Handy ist alles andere als billig", schreibt Thomas Heuzeroth. Das "C" im Namen stehe eben nicht für "cheap", sondern für "color". In Sachen künftige Strategie widerspricht er hingegen den meisten Kritikern: "Apple will Luxus bleiben. Lieber Marke als Marktanteil". Sein Resumé fällt dennoch negativ aus: "Apples Konkurrenten können mehr", urteilt er mit Blick auf die aktuellen Modelle von Sony, Samsung und Nokia.

"taz.de"

Die "taz" beschäftigt sich mit dem neuen Fingerabdruck-Sensor: "Der Fingerabdruck-Sensor soll es Nutzern leichter machen, die keine Lust auf das Eintippen von Passwörtern haben. Die Fingerabdrücke von bis zu fünf Personen würden verschlüsselt auf dem Handy gespeichert und keinen anderen Programmen zugänglich gemacht, versicherte Apple". Und kommentiert skeptisch: "In Zeiten des NSA-Skandals eine ambitionierte Ankündigung."

AS