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iPhone-Deutschlandstart: Viel Steve, wenig Infos

Apple-Chef Steve Jobs war persönlich nach Berlin gereist, um für das iPhone zu werben. Wie immer in Jeans und schwarzem Rollkragenpulli verkündete er die Partnerschaft mit T-Mobile für den deutschen Markt. Insgesamt erzählte Jobs weniger, als viele erhofft hatten.

Von Marcus Müller

Der Meister kam ohne seinen neuen, kleinen Zauberkasten. Steve Jobs, der Chef von Apple, schlenderte betont lässig an den Vorstandsgranden der Telekom vorbei, um der versammelten Presse das iPhone vorzustellen. Wie man es von ihm kennt, trat Jobs in grau-weißen Nike-Turnschuhen, einer verwaschenen blauen Levi's-Jeans und einem schwarzen Pullover mit kleinem Rollkragen auf. Nur das kleine Wunderding, das iPhone, hatte er selbst offenbar nicht dabei, als er den Deal mit der Telekom-Tochter T-Mobile offiziell vorstellte.

In der Geschäftspolitik gab sich der 52-jährige Jobs dann allerdings ähnlich zugeknöpft und steif wie die Vorständler der Telekom in ihren feinen, dunklen Anzügen. Gerade mal den Preis und die Laufzeit des Vertrages wollte er rauslassen: Stolze 399 Euro wird es kosten und nur bei T-Mobile und in den Läden der Telekom zu haben sein. Denn: "Sie haben das beste Netz in Deutschland", schwärmte Jobs. Was sollte er auch anderes sagen über den künftigen Geschäftspartner? In den USA kostet das Handy nach einer Preissenkung zurzeit übrigens umgerechnet nur noch knapp 300 Euro.

Das Acht-Gigabyte-Modell wird es mit einem Zwei-Jahresvertrag geben. Zu den Tarifen gab es - im Gegensatz zur Präsentation vom Vortag für den britischen Markt - zunächst keine Neuigkeiten. "Diese werden kurz vor dem Start im November bekannt geben", sagte T-Mobile-Chef Hamid Akhavan knapp. Da ging ein hörbares Stöhnen durch die Reihen der Journalisten. "Das wissen wir doch alles schon, was sollen wir noch hier", entlud sich bei einigen der kleine Ärger.

"Kontrollfreaks"

Zu der Meldung der "Financial Times Deutschland", die Telekom werde das iPhone auch in Österreich, den Niederlanden, Ungarn und Kroatien exklusiv verkaufen, gab es - noch - keine Auskünfte. Auch zur Beteiligung von Apple ans den monatlichen Umsätzen hieß es: Geschäftsgeheimnis! "Die von Apple sind totale Kontrollfreaks", kommentiert die anwesenden Journaille.

Betreuung durch Apple-Teams

Beide Unternehmen hatten sich also für die Salamitaktik entschieden, boten dann aber immerhin 24 iPhones zum "zum Spielen" an, wie Akhavan sagte. Ein mit angereistes Apple-Team stand zur erklärenden Unterstützung bereit, obwohl das ja bei dem sich angeblich schnell und intuitiv zu erschließenden Gerät gar nicht nötig sein sollte.

Und Recht haben die Marketing-Strategen und iPhone-Fans: Das 135 Gramm schwere Telefon mit iPod, Breitband-Display und Internet-Anschluss liegt gut in der Hand und ist schnell verstanden. Die einzelnen Menüs auf dem Display öffnen sind durch einfaches Antippen. Das Scrollen mit dem Finger ist schnell und problemlos - und auch von links nach rechts möglich. Durch Bildergalerien kann man sich durch ein Wischen über den Bildschirm schnell hindurchgleiten. Bilder vergrößern sich durch das Aufziehen mit zwei Fingern. (Mehr zu den technischen Details der deutschen Version des iPhones im Artikel "Das iPhone wird 399 Euro kosten").

Beim Aussehen des eleganten Geräts mit der schwarzen Oberfläche hat Steve Jobs ganz auf das Apple-Erscheinungsbild beharrt: Es wird auf dem Gehäuse kein Telekom-Logo zu sehen sein. Der Provider-Hinweis versteckt sich in der linken oberen Ecke auf dem Display.

Ran an die Jugendlichen

Die Hoffnungen der Deutschen Telekom auf das Geschäft mit dem iPhone sind groß. Das Trend-Produkt soll sie für Jugendliche wieder attraktiver machen. Die Zielgruppe muss sich allerdings bis zum Verkaufsstart gedulden: Drei Jungs mit Basecaps, die am Mittwoch ebenfalls zur Pressekonferenz mit Steve Jobs gelangen wollten, hielt ein Sicherheitsmann zurück. Die quittierten das mit enttäuschtem Gegrummel.