Mobilfunk Handys gibt's bald am Bankschalter


Aufruhr auf dem Mobilfunkmarkt: Die Sparkasse will in Kürze einen eigenen Billigtarif anbieten. Für weniger als zehn Cent pro Minute sollen die Kunden telefonieren können. Auch Lidl steigt ab September in die Handy-Preisschlacht ein.

Billig ist in - so lautet derzeit das Motto auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Discounter wie Aldi lösten mit günstigen Handytarifen bereits 2005 einen Preiskampf aus - den nun auch die Sparkasse weiterführen will. Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche soll bis Ende 2008 in allen Filialen der Sparkasse der neue Tarif zusammen mit Handys erhältlich sein. Dazu hat Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen-und Girokontoverbandes, mit Mobilfunkbetreiber Vodafone und Diensteanbieter Ensercom eine Vereinbarung beschlossen.

Der Grund für den späten Einstieg laut Haasis: Die Sparkassen-Kunden sollen mit günstigen Angeboten von den etablierten Anbietern weggelockt werden. Untereinander können die Kunden beispielsweise für weniger als zehn Cent pro Minute telefonieren. Die Sparkasse selbst ist jedoch nur wenig in das Geschäft involviert: Dienstleister Ensercom übernimmt für die Filialen im Hintergrund die Organisation, von der Freischaltung bis zur Abrechnung.

Gewöhnung an Handy-Banking

Bisher wurden keine weiteren Details zu dem neuen Angebot der Sparkasse veröffentlicht. Erst zum offiziellen Start des Mobilfunkangebots am 5. September in Hamburg werden weitere Informationen dazu bekannt gegeben. Darüber hinaus sollen die Kunden auch vermehrt an das Handy-Banking gewöhnt werden. Zu diesem Zweck startet die Sparkasse eine Werbeoffensive, um die bisherige Scheu der Kunden zu überwinden. Zum Beispiel sollen die Nutzer mit nur einem Knopfdruck auf das Online-Banking zugreifen können. Die Datentarife würden dazu drastisch gesenkt und die Bedienung stark vereinfacht.

Derzeit sorgt auch die Discounter-Kette Lidl für Aufruhr im Mobilmarkt. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung bietet der Konzern ab 3. September einen eigenen Billigtarif an. Mit einem Preis von 9,9 Cent pro Minute oder SMS kann so in alle deutschen Netze telefoniert werden. Die Sim-Karte, die sich per Banküberweisung aufladen lässt, kostet 9,99 Euro. Damit steigt die Handelskette in den Preiskampf gegen den Konkurrenten Aldi ein. Dieser bietet bereits seit 2005 die Telefon-Option für 15 Cent pro Minute an, erst jetzt zieht auch Lidl nach. Bisher sind auf der Website des Discounters noch keine Informationen zum neuen Tarif veröffentlicht.

Flatrate von blau.de

Der Mobilfunk-Billiganbieter blau.de nimmt ebenfalls an der Preisrallye teil. Als erster Handy-Discounter führt blau.de einen Pauschaltarif ein. "Wir wollen Ende September oder Anfang Oktober eine Flatrate auf den Markt bringen - zunächst nur für das Festnetz", sagte der Chef des Billiganbieters, Martin Ostermayer.

Zur Preisgestaltung machte Ostermayer keine Angaben. Er deutete aber an, dass sich der neue Tarif an den Preisen der E-Plus- Zweitmarke Base orientieren könnte. Base veranschlagt für seinen Festnetz-Pauschaltarif 15 Euro monatlich. Eine Flatrate in alle Netze macht aus Sicht von Ostermayer derzeit wenig Sinn: "Unsere Kunden sind nicht bereit, 60 bis 70 Euro für eine Flatrate für alle Netze zu zahlen."

Mit der Ausweitung der Produktpalette will der blau.de-Gründer die Rentabilität der Hamburger Gesellschaft stärken. "Wir versprechen uns von der Flatrate zwei Dinge: Zum einen wollen von dem Wachstumstrend Flatrate profitieren und zum anderen Vieltelefonierer für blau.de gewinnen."

kw mit DPA

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