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Verlorene Nachrichten: Rettung aus dem Apple-Kerker

Lange Zeit verschwanden Nachrichten aus Apples SMS-Ersatz iMessage im Nirgendwo, wenn der Empfänger vom iPhone zu einem anderen Handy wechselte. Nun bietet Apple endlich Abhilfe.

Von Malte Mansholt

Der beliebte Messenger iMessage schluckt gerne mal Nachrichten - wenn sie nicht an iPhones gehen.

Der beliebte Messenger iMessage schluckt gerne mal Nachrichten - wenn sie nicht an iPhones gehen.

Fragt man Apple-Nutzer, warum sie die Produkte des Konzerns aus Cupertino schätzen, erhält man meistens die gleiche Antwort: Es funktioniert einfach. Die Einrichtung geht schnell von der Hand und schon geht es los. Allerdings gilt das nur, solange man sich brav in der Apple-Welt bewegt. Nach dem Wechsel vom iPhone auf ein anderes Handy ist es damit ganz schnell vorbei: Freunde können weiterhin Nachrichten senden, die verschwinden aber einfach. Betroffen sind nur Wechsler, wer als treuer Apple-Jünger immer neue iPhones kauft, bleibt verschont. Nach drei Jahren hat der Konzern nun endlich Abhilfe geschaffen.

Der Schuldige ist bereits seit langem bekannt: Apples Chat-Programm iMessage. Schaltet man den Dienst bei der Einrichtung des iPhones ein, erfolgt eine Registrierung über die Telefonnummer. Danach ersetzt er die klassische SMS-Funktion – solange der Chat-Partner auch iMessage nutzt. Erst wenn man den Apple-Kosmos wieder verlässt, rächt sich die einfache Einrichtung, denn die Telefonnummer bleibt bei Apple als iMessage-Nummer gespeichert. Freunde können also weiter Nachrichten an die Nummer schreiben, allerdings kommen sie nicht mehr an. Informiert werden die Schreibenden darüber aber genauso wenig wie der Empfänger.

Rettung aus dem Schwarzen Loch

Bisher gab es nur zwei Methoden, dem Schwarzen Loch für iMessage-Nachrichten zu entgehen: Man musste die Koppelung seines iPhones mit der Telefonnummer aufheben – oder ein neues iPhone kaufen. Die Entkoppelung klappt nur über die Geräte-Einstellungen, hat man es bereits verkauft, steht man dumm da. Da keinerlei Benachrichtigung der Nicht-Empfänger erfolgt, brauchen die meisten Wechsler zudem eine Weile, bis sie ihren Fehler bemerken. Meist erfahren sie erst durch wütende Nachfragen, dass sie Freunden, Familie oder im schlimmsten Fall Kunden nicht mehr auf Nachrichten geantwortet hatten. Die einzige funktionierende Notlösung: Jeder einzelne Kontakt musste die eigene Nummer löschen und neu eintragen – in der Praxis ist das natürlich kaum umsetzbar.

Nach drei Jahren hat Apple nun auf die zahlreichen Beschwerden reagiert. Der Konzern hat eine Seite bereit gestellt, auf der man seine Rufnummer aus iMessage austragen kann – auch ohne Zugriff auf das Gerät zu haben. Apple mit dem langen Warten Absicht zu unterstellen, geht natürlich zu weit. Trotzdem profitiert der Konzern vom Ausschluss anderer Hersteller aus seinem System. Hat man sich erstmal gemütlich im Apple-Kosmos eingerichtet, fällt es immer schwerer, wieder aus ihm auszusteigen – sei es wegen der gekauften Apps oder weil man eben weiter auf iMessage angewiesen ist.

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