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Mit Megapixel-Handys lassen sich erstmals ansehnliche Bilder im Format 9 x 13 knipsen.

Bei Konzerten werden sie in Richtung Bühne gestreckt, bei Spaziergängen auf strahlende Kindergesichter und bei Partys auf die Freunde in der Küche: Mobiltelefone mit integrierter Kamera stillen den Hunger auf den Schnappschuss. Sie sind so beliebt, dass inzwischen weltweit mehr Foto-Handys verkauft werden als Digitalkameras. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass immer weniger Handy-Modelle ohne Kamera angeboten werden.

Während Modelle wie das Siemens MC60 oder das Motorola V300 mit Vertrag schon für einen Euro erhältlich sind, muss man für Geräte mit gehobener Ausstattung oft 100 Euro oder mehr auf den Tisch legen. Aber können sich die Handys zum Knipsen wirklich mit einer Digitalkamera messen?

Zoomen geht meist nicht

Die Qualität der Bilder hängt vor allem von der Qualität der Objektive und der Elektronik ab - und da haben Mobiltelefone oft Mängel. So besitzen alle heute erhältlichen Handy-Kameras ein Objektiv mit fester Brennweite - zoomen geht meist nicht. Die winzige Linse ist oft ungeschützt auf der Rückseite untergebracht. Wenn sie nicht durch eine Schiebeklappe geschützt wird, verkratzt oder verdreckt sie schnell.

Beim Rennen um höchste Pixelzahlen können Foto-Handys mit Digitalkameras ohnehin nicht mithalten. Manche Foto-Handys ermöglichen nur Aufnahmen mit einer Auflösung von 352 mal 288 Pixeln. Damit sind Ausdrucke nur im Briefmarkenformat möglich.

Üblich ist derzeit eine integrierte VGA-Kamera wie bei dem 6230 und 6600 von Nokia, dem V300 und V600 von Motorola, dem SX1 von Siemens, den E-Plus i-mode Handys NEC 400i und Mitsubishi m342i und dem nur bei T-Mobile erhältlichen Sharp TM100. Sie alle nehmen Fotos mit einer Auflösung von 640 mal 480 Pixeln auf, die Ausdrucke im Format 9 x 13 cm ermöglicht. Mehrere Hersteller haben zwar Foto-Handys mit Ein-Megapixel-Auflösung angekündigt, doch erhältlich ist bislang nur das Sharp GX30 für 199 Euro (mit Vertrag) bei Vodafone.

Für Schnappschüsse okay, aber...

Fazit: Schnappschüsse lassen sich mit allen Foto-Handys machen - in zufrieden stellender Qualität, wenn sie nicht ausgedruckt, sondern nur an einem Bildschirm angeschaut werden. Mehr aber auch nicht. Die ersten Schritte des Kindes sollte man besser mit einer richtigen Digitalkamera einfangen.

So leicht das Fotografieren mit dem Handy ist - Kopfzerbrechen kann es bereiten, die Bilder aus dem Telefon zu befreien. Vorbildlich geht das nur bei Edelmodellen wie dem Nokia 6600 und dem Siemens SX1. Diese Geräte packen die Fotos auf eine Speicherkarte, die sich in den Leseschlitz am Rechner stecken lässt. Handys mit Bluetooth-Funk können die Aufnahmen auch an einen kompatiblen Drucker oder an eine "Kodak Picture Maker"-Druckstation im Fotoladen senden. Vor allem aber ermöglichen diese beiden Foto-Handys die Installation zusätzlicher Software. Mit einem Programm von Kodak etwa können Fotos über das Mobilfunknetz an ein Labor übertragen, über das Internet in Alben gesammelt und natürlich auch als Abzüge bestellt werden.

Zur Not wird gemailt

Bei den meisten, schlechter ausgestatteten Foto-Handys bleibt als kostengünstiger Ausweg nur, ein Foto als E-Mail an den PC zu verschicken. Besonders leicht ist das für Vodafone-Live-Kunden. T-Mobile baut über eine komplizierte Menüführung unnötige Hürden auf. In jedem Fall teuer ist der Versand eines Fotos per Multimedia-Mitteilung MMS (0,99-1,29 Euro bei 100 KB Dateigröße). Damit nämlich möchten die Handynetz-Betreiber an den Kamera-Telefonen verdienen.

Dirk Ellenbeck print

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