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Urteil: Handy-Pornograf muss in den Knast

In Wales ist ein 42-Jähriger zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden, weil er per Handy mehr als 32.000 pornografische Nachrichten verschickt hat - auch an Kinder. Dieses Treiben ließ sich der Mann einiges kosten.

Ein 42-jähriger Brite hat Pornoaufnahmen von sich selbst wahllos an tausende Handys verschickt und damit auch viele Kinder geschockt. Dafür wurde der Malermeister aus Wales zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Insgesamt hatte er 32.800 pornografische Text-, Bild- oder Videomessages an Handys im ganzen Königreich versandt.

Staatsanwalt Simon Medland erklärte die Masche von Royce Roberts: "Der Angeklagte hat zufällige Mobilnummern angerufen. Ging jemand ans Telefon, bekam dieser explizite Bilder und Texte zu gesandt." Laut BBC habe Roberts außerdem Kindern versprochen, ihnen teures Handyzubehör zu kaufen. Im Falle einer 14-Jährigen habe sich Roberts als 17-jähriger Anrufer ausgegeben.

Die BBC berichtete weiter, dass der Verurteilte zugegeben hat, in 15 Fällen dafür verantwortlich zu sein, das Kinder "unmoralische Bilder" gesehen hätten.

Vertreidiger David Travers sagte, dass sich nicht feststellen lasse, wie viele der mehr als 32.000 Nachrichten tatsächlich Kinder erreicht hätten.

Richter John Rogers sagte, strafverschärfend wirkten sich vor allem zwei Faktoren aus: Erstens das geringe Alter seiner Opfer, ein Junge war erst neun Jahre alt. Zweitens die Dauer der Belästigungen, Roberts trieb sein Spiel über einen Zeitraum von acht Monaten.

Urteil geht über Freiheitsstrafe hinaus

Nach Angaben der Polizei hat der Mobilfunk-Pornograf dafür insgesamt 25.000 Pfund (36.500 Euro) an Handygebühren bezahlt. Das Gericht in der walisischen Ortschaft Mold verfügte zugleich, dass der Verurteilte nie wieder ein Handy besitzen darf, mit dem Bilder oder gar Videos gesendet werden können. Außerdem legte Richter Rogers fest, das Roberts in Zukunft mit niemandem unter 16 Jahren Freundschaften schließen und unbeaufsichtigten Umgang mit Kindern haben darf. Außerdem wird der Verurteilte nie wieder irgendjemandem pornografisches Material zeigen dürfen.

san mit Material von DPA
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