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Whatsapp als Beweismittel: Scheidung auf Italienisch

Smartphone-Messenger verleiten zwar alleine nicht zum Fremdgehen, sie helfen aber dabei. In Italien dienen Whatsapp-Nachrichten bereits in 40 Prozent der Scheidungsprozesse als Beweismittel.

Von Malte Mansholt

Erwischt! Messenger helfen nicht nur beim Fremdgehen, sondern auch dabei, untreuen Partnern auf die Schliche zu kommen.

Erwischt! Messenger helfen nicht nur beim Fremdgehen, sondern auch dabei, untreuen Partnern auf die Schliche zu kommen.

Piept das Handy des Partners ständig, um den Eingang einer neuen Nachricht zu verkünden, kann man schnell mal eifersüchtig werden. Nicht ganz zu Unrecht, wie jetzt eine Studie der italienischen Vereinigung der Eherechtsanwälte zeigt. Demnach finden Whatsapp-Nachrichten in immer mehr Scheidungsprozessen als Beweismittel Verwendung. In 40 Prozent der italienischen Scheidungsfälle versuchen mittlerweile die Betrogenen, so die Untreue ihres Ex-Partners nachzuweisen.

Gian Ettore Gassani, der Präsident der Vereinigung, sieht in dem extrem beliebten Messenger eine große Erleichterung beim Versuch, seinen Partner zu hintergehen. "Erst waren es SMS, dann Facebook und nun eben Whatsapp", zitiert die britische "Times" den Anwalt. Bei den Italienern ist Whatsapp ähnlich beliebt wie hierzulande: 81 Prozent der italienischen Smartphone-Nutzer öffnen die App täglich, bei den deutschen sind es 84 Prozent.

Tipps vom Scheidungsanwalt

Messenger erleichterten es den Ehebrechern, mehrere Beziehungen gleichzeitig zu pflegen, zitiert die Zeitung Gassani. Doch auch das Auffliegen sei natürlich leichter. Wie es sich für einen Anwalt gehört, hat der Scheidungsexperte auch noch einen Rat für alle Fremdgehwilligen parat: Sie sollten mit Bedacht vorgehen. Um etwa nicht durch ständige Signaltöne den Verdacht des Partners zu erregen, sollten sie das Handy am besten lautlos stellen.