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A380-Lieferschwierigkeiten: Airbus nimmt Hamburg in Schutz

Die Auslieferung des A380 verzögert sich bis zu sechs Monate und schuld daran sei das Werk in Hamburg, heißt es. Doch Airbus will keinen Hauptschuldigen ausmachen und spricht von vielen Gründen für die Schwierigkeiten.

Airbus hat Berichte zurückgewiesen, denen zufolge das Werk Hamburg eine Hauptschuld an der verspäteten Auslieferung des Großflugzeugs A380 habe. "Es geht nicht um einen einzelnen Grund und auch nicht um einen einzelnen Standort", sagte Airbus-Sprecher David Voskuhl der Nachrichtenagentur DPA in Toulouse. "Nach dem Erstflug des A380 am 27. April ist das ganze Produktionsprogramm durchgeschaut worden." Zu Einzelproblemen wollte Voskuhl nicht Stellung nehmen.

Die "International Herald Tribune" hat berichtet, im Airbus-Werk Hamburg seien Fehler beim Ausbau der Rumpfkomponenten gemacht worden. So habe man die Kabel nicht korrekt in Kabelbäumen verlegt. Diese langwierige Arbeit müsse bei der Endmontage in Toulouse nachgeholt werden. Gewichts-, Leistungs- oder Sicherheitsprobleme spielten bei den Verzögerungen keine Rolle, schreibt das Blatt. Allerdings wirkte sich auch - wie bei Neuentwicklungen üblich - unerwartete Testergebnisse sowie Änderungswünsche der Kunden in Bezug auf die Inneneinrichtungen auf den Zeitplan aus.

Der deutsche Airbus-Sprecher Arndt Hellmann hatte am Donnerstag nur erklärt, die in Hamburg gebauten Rumpfsegmente seien "termingerecht an Toulouse geliefert" worden. Airbus in Toulouse hatte zuvor von "Problemen im Produktionsprozess" und "bei Neuentwicklungen üblichen kleineren Änderungen" gesprochen.

Die A380-Testflüge verliefen bisher problemlos. Bei der am 13. Juni beginnenden Pariser Flugtechnikmesse soll der A380 zu Demonstrationsflügen starten. Die Auslieferung an die Erstkunden wird sich laut Airbus jedoch je nach Einzelfall um zwei bis sechs Monate verzögern. Singapore Airlines rechnet nun damit, als Erstkunde den A380 ab dem Schlussquartal 2006 einsetzen zu können.

DPA / DPA