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Digitale Musik: Generation MP3

Vergessen Sie CD, Cassette und Schallplatte: Digitale Musik ist allgegenwärtig. Sie verteilt sich blitzschnell per Internet, steckt in winzigen Abspielgeräten und ist immer und überall hörbar - unterwegs genauso wie zu Hause.

Man muss nicht lange suchen, man sieht sie überall. Auf der Geburtstagsparty, wo früher der Plattenspieler gestanden hätte. Auf der Liegewiese, wo früher der Cassettenrecorder gestanden hätte. Im Wartezimmer, im Zugabteil, in der Kaffee-Bar, im Supermarkt, am Strand, im Wald und auf dem Schulhof.

Man sieht die kleinen, meist weißen Kopfhörerknöpfe in den Ohren, daran die Kabel, die in Taschen, Pulloverausschnitten, hinter Schals und in Kragen verschwinden. Und deren Enden kaum noch in Walkmans oder CD-Playern stecken, sondern in MP3-Playern und Handys.

Schnelle Entwicklung

Keine drei Jahre hat es gedauert, dass MP3-Player vom abseitigen Technikspielzeug für durchgeknallte Computerfreaks zum Alltagsgegenstand geworden sind, den man bei Lidl, Tchibo oder Aldi im Sonderangebot kauft und als Prämie für Zeitschriften-Abos bekommt. Fallschirmspringer benutzen sie in tausend Meter Höhe, Taucher gehen damit in die Tiefe, Bergsteiger befestigen sie am Karabinerhaken. Und oft sieht man sie auch gar nicht. In Uhren, Sonnenbrillen und Kopfhörern werden mittlerweile MP3-Player versteckt. Man trägt MP3-Jacken, -Handschuhe und -Ski-Bekleidung.

Die dänische Armee näht MP3-Player in die Kopfkissen ihrer Soldaten ein, um sie beim Ausruhen nach dem Kampfeinsatz mit Musik zu beruhigen. Ein britischer Forscher plant, MP3-Player in Brustimplantate zu integrieren. Ein Essener Hotel stellt jedem Gast auf Wunsch einen Leih-MP3-Player zur Verfügung. Sogar eine Toilette mit eingebautem MP3-Player ist schon erfunden: Das japanische Unternehmen Toto hat sie entwickelt.

Eine deutsche Erfindung

MP3, die Erfindung, die Anfang der 90er Jahre von einer Forschergruppe unter Leitung des Deutschen Karlheinz Brandenburg im Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen ausgeheckt wurde, hat nicht nur ein technisches, sondern auch ein kulturelles Erdbeben ausgelöst, an dessen Ende Musik anders gehört, gekauft, vertrieben, beworben und produziert wird.

MP3-Player sind nämlich mehr als Walkmans ohne Cassetten. Sie haben ein neues Medium begründet. Längst wird mit ihnen nicht mehr nur Musik gehört. Reiseführer, Bibelverse, Hörspiele, die "Tagesschau", Romane, Radiosendungen, Fußballreportagen, Opern, Babys erste Wörter, Politikerreden, Charthits, Englischstunden, Nationalhymnen und Märchen werden auf mobilen Geräten gespeichert und gehört. Prediger verbreiten Bibelverse (godcast.org), Pornohersteller stellen Filme für Taschen-Player mit Video-Display her. Es gibt Kochrezepte und U-Bahn-Pläne, die man sich auf den MP3-Player-Monitoren anschauen kann. Auf MP3-DJ-Partys stellen MP3-Player-Besitzer den Inhalt ihrer Festplatten vor.

Musik ohne Grenzen

Für eine ganze Jugendgeneration ist es selbstverständlich geworden, dass Musik keine Rille mehr braucht, in die sie gepresst wird, kein Tonband, auf das sie aufgezeichnet werden muss, nicht mal eine CD, auf die sie gebrannt wird. Körperlos schwirrt sie als E-Mail-Anhang von Nutzer zu Nutzer, steht auf den Servern der großen Musikkauf-Portale zum Herunterladen bereit und auf den unzähligen Flash-Speichern und Festplatten von Playern, PCs, Autoradios, USB-Sticks, Spielkonsolen, Navigationsgeräten, PDAs, Stereoanlagen und DVD-Recordern.

Zwei Drittel der deutschen Jugendlichen haben schon einen eigenen MP3-Player, ergab eine Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Längst geht es dabei um mehr als nur um Musik. Wie Handys sind die Player zu Statussymbolen geworden. Play-Listen werden diskutiert, Festplatten voller Musik kopiert. Wie Bundesverdienstkreuze tragen Teenager ihre Player stolz um den Hals. Geschätzte 4,3 Millionen Geräte werden allein in diesem Jahr in Deutschland verkauft.

Klein wie ein Schokoriegel

Kein Wunder: MP3-Player bieten alles, was sich ein mobiler Musikliebhaber wünscht. Sie sind klein wie Schokoriegel, fassen aber den Inhalt von Dutzenden, manchmal sogar Hunderten CDs. Man kann sie beliebig oft löschen und wieder neu bespielen. Ihr Klang ist für normale Ohren von CD-Qualität nicht zu unterscheiden. Neue Player können neben Musik auch Fotos und Videos präsentieren, haben eingebaute Kalender, Mikrofone und Radios. Ihr Speicherplatz wird immer größer, und ihre Preise werden immer kleiner. Die billigsten bekommt man schon ab etwa 40 Euro.

MP3-Player kann man in vier große Gruppen einteilen: Geräte mit Festplatte, Geräte mit Flash-Speicher, solche, die auch Videos abspielen können, und MP3-Handys. Empfehlungen für alle Gruppen finden Sie in den Kästen auf diesen Seiten. Für Einsteiger eignen sich MP3-Player mit Flash-Speicher am besten. Im Gegensatz zu Festplatten- und CD-Playern stecken in ihnen keinerlei bewegliche Teile: Deshalb sind sie besonders robust. Außerdem sind sie sehr klein - oft nur wenig größer als der Akku, der ihnen Strom gibt. So eignen sie sich besonders gut fürs Joggen oder für den Sport.

1000 Songs am Hals

Flash-MP3-Player kann man hervorragend am Handgelenk oder wie eine Kette um den Hals tragen. Einziger Nachteil: Es passt verhältnismäßig wenig Musik drauf - wobei das inzwischen auch relativ ist. Bis zu 4 Gigabyte Daten speichern manche Player inzwischen - Platz für weit mehr als tausend Songs.

Das Angebot an Flash-Playern ist sehr unübersichtlich, fast im Wochentakt kommen neue Geräte auf den Markt, wobei man auch die billigeren Geräte meist bedenkenlos kaufen kann. Ein Display sollten sie aber auf jeden Fall haben und 512 Megabyte Speicherplatz. Dass Flash-Speicher Festplatten mittelfristig ersetzen werden, gilt unter MP3-Experten als ausgemachte Sache. Noch aber haben Festplatten-Player ihre Berechtigung. Für diejenigen nämlich, die große Musiksammlungen haben. Bis zu 60 Gigabyte Daten kann so eine Festplatte aufnehmen, Platz für Zehntausende Songs.

Mehr als mobile Musiktruhen

Festplatten-Player eignen sich außerdem als Fotospeicher und mobile Datentransporter. Gegen sie spricht eigentlich nur der Preis: mindestens 200 Euro. Es geht aber auch viel teurer. Zum Beispiel, wenn man sich für einen Videoplayer entscheidet. Dass es so etwas gibt, spricht sich eigentlich erst herum, seit auch der iPod Filme abspielen kann. Videos wiederzugeben ist für einen Taschenplayer allerdings eine ungleich schwierigere Aufgabe als das Abspielen von Musik. Es gibt sehr viele unterschiedliche Formate, Auflösungen und Komprimierungen, was dazu führt, dass nicht jeder Player jede Datei sicher aufkriegt.

Der iPod löst dieses Problem auf seine Weise: Er spielt nur ein ganz bestimmtes Filmformat ab. Das allerdings bedeutet: Wer zum Beispiel mit einer Digitalkamera einen Film gedreht hat, muss ihn erst in eine iPod-kompatible Datei umwandeln, um ihn auf dem kleinen Display ansehen zu können. Das kann - je nach Vorlage - Stunden dauern. Player anderer Hersteller spielen zwar mehrere Formate ab, sind aber oft weniger elegant und nicht so handlich.

Bleiben MP3-Handys als letzte Kategorie. Die meisten sind eigentlich nichts anderes als Flash-Spieler, die auch telefonieren können. Ein paar Modelle verfügen über eine Festplatte. Alle haben den Vorteil, dass man für Telefonieren und Musikhören nicht zwei Geräte einpacken muss. Doch meistens haben sie weniger Speicher und sind komplizierter zu bedienen als "Nur-MP3-Player".

Gut möglich, dass Handys trotzdem bald zum meistverbreiteten MP3-Player werden - so wie sie jetzt schon die meistverbreiteten Kameras sind. Denn schon 2008 wird es nach Expertenmeinung kaum noch Handys geben, die keine Musik wiedergeben - der Player wird einfach mit eingebaut.

Ulf Schönert / print
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(