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Digitalfotografie: Tipps für bessere Sportbilder

Gute Sportfotografie erfordert viel Erfahrung und eine gute Ausrüstung. Doch auch mit der heimischen Digitalkamera ist es möglich, ordentliche Sportbilder zu machen. Hier einige Tipps.

Sportfotografie ist einer der interessantesten, aber auch schwierigsten Bereiche der Fotografie. Die Bedingungen sind häufig alles andere als fotofreundlich: Die "Modelle" halten nicht still, man kommt an die Objekte nicht nah genug heran, und um den Fotografen herum herrscht ständig Unruhe. Doch auch ohne Profiausrüstung mit hochwertiger Spiegelreflexkamera und lichtstarken Objektiven können gute Sport-Schnappschüsse gelingen. Wenn man weiß, seine Digitalkamera richtig einzusetzen. Was man beachten sollte, findet sich im Kasten links.

Sportprogramm suchen

Viele Digitalkameras liefern ein voreingestelltes Sportprogramm mit, das für möglichst kurze Belichtungszeiten und hohe Empfindlichkeit eingestellt ist. Dieses Programm ist häufig direkt über einen Drehknopf einstellbar und durch einen stilisierten Sprinter gekennzeichnet. Andere Kameratypen bieten diese Voreinstellungen in einem Profil-Menü an. Einfach mal suchen oder im Handbuch blättern.

Mehr ist mehr: Serienbilder und Bilderserien

Sogar Profis produzieren bei der Sportfotografie vor allem eines: Ausschuss. Deswegen gilt: Keine Hemmungen beim Druck auf den Auslöser. Nur, wer viele Bilder macht, hat die Chance auf einige gelungene Aufnahmen. Wenn die Digitalkamera außerdem über eine Serienbildfunktion (sog. "Burst-Modus") verfügt, sollte diese angeschaltet werden.

Ohne Zoom wird's nicht gehen

Beim Sport kommt man selten so nah an das Objekt der Begierde heran, wie es nötig wäre. Der Einsatz des optischen Zooms ist nicht zu verhindern, was die Gefahr des Verwackelns erhöht. Hier können elektronische Bildstabilisatoren helfen - oder das gute alte Stativ. Letzteres allerdings ist nicht einsetzbar, wenn sich das Objekt schnell und unberechenbar bewegt. Und: Wie immer, Finger weg vom Digitalzoom!

Wenn der Autofokus zu langsam ist

Bewegen sich die Sportler schnell, ist es ohne Profikamera aussichtslos, dem Autofokus die Einstellung der Schärfe zu überlassen. Bietet die Kamera eine manuelle Schärfeneinstellung, sollte man diese auf einen Ort fokussieren, den das Objekt passieren wird. Genau dann sollte das Foto gemacht werden, was mit Digitalkameras aufgrund der von Modell zu Modell unterschiedlichen Auslöseverzögerung nicht so einfach ist. Hier gilt es, ein Gefühl zu entwickeln und entsprechend früher abzudrücken.

Lässt sich der Autofokus nicht abschalten, kann man ihn zumindest vorfokussieren. Das heißt: den Auslöser halb herunterdrücken und so den Autofokus auf einen Ort scharf stellen, den das Objekt passieren wird. Den Auslöser nicht mehr loslassen, bis das Foto gemacht wurde.

Hilfreich ist auch der Einsatz der Serienbildfunktion, weil die Kamera die Einstellungen nur einmal vornehmen muss und Folgebilder schneller schießen kann als das erste.

Sucher statt Bildschirm

Wenn's schnell gehen muss, ist der kleine Bildschirm der Digitalkamera viel zu langsam. Verfügt das Gerät über einen Sucher, sollte dieser unbedingt benutzt werden. Und ein Abschalten des Monitors spart auch Strom.

Problemfall Blitz

Ein Blitz kann helfen, die Fotos aufzuhellen - wenn man nah genug (wenige Meter) dran ist und den Sportler nicht stört. Das ist im Wettkampf-Alltag allerdings unwahrscheinlich. In vielen Sporthallen ist der Einsatz von Blitzlicht verboten, weil es zum Beispiel Handballer behindert, wenn sie beim Wurf geblendet werden. Und wer auf einer Stadiontribüne sitzt, sollte die Lichthilfe ebenfalls abschalten, denn sie bringt gar nichts, führt aber unter Umständen zu einer falschen Belichtungszeit.

Mut zum anderen Motiv

Je rasanter das Geschehen, desto schwieriger ist es, gut Bilder zu machen. Viele interessante Szenen spielen sich auch am Rande des Spielfeldes oder der Rennbahn ab: Trauer oder Freude, Aufwärmen oder Ausruhen. Solche Bilder können auch sehr schön sein - und sie sind leichter zu fotografieren.

Ralf Sander
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