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GPS-Empfänger: Führungsqualitäten

Aus den Autos sind sie kaum noch wegzudenken. Neue GPS-Empfänger sollen jetzt auch Fußgängern und Radfahrern den Weg durch die Stadt weisen.

Von Hannes Rügheimer

Zu groß, zu schwer, zu kurze Akku- Laufzeiten, vor allem aber völlig ungeeignetes Kartenmaterial: Wer bisher zu Fuß oder auf dem Fahrrad ein tragbares Navigationssystem verwenden wollte, überlegte sich das schnell anders. Die Geräte waren vor allem für Autofahrer geeignet. Jetzt entdecken die Hersteller auch Fußgänger und Radler. Mit einer neuen Generation von Navigationshilfen sollen sie ihren Weg finden.

Vor allem Handys zeigen dabei ihre Stärken, besonders wenn ein GPS-Satellitennavigations- Empfänger gleich eingebaut ist. Ihr Vorteil: Die Karten sind aktueller als die der meisten Navigationsgeräte. Ein gutes Beispiel ist die "Maps 2.0"-Software von Nokia, die etwa auf dem GPS-Handy 6210 Navigator vorinstalliert ist. Das Kartenmaterial wird erst bei Bedarf aus dem Internet aufs Handy geladen und ist deshalb immer auf dem neuesten Stand. Dafür sollte man aber einen Handyvertrag mit Datentarif haben. Ein netter Trick ist der im 6210 eingebaute Kompass, der die Ausrichtung des Kartendisplays an die Richtung anpasst, in die man das Handy hält. Die Nokia-Software kennt sich auch in ländlichen Gebieten gut aus. Allerdings reicht der Akku im GPS-Betrieb nur knapp vier Stunden.

Vor allem zum wandern sehr gut geeignet

Auch das werbefinanzierte Gratis-Programm "Skobbler" für viele GPS-Handytypen lädt die Karten aus dem Internet - vom Computer des Herstellers Navigon. Die Programmierer haben einen speziellen Fußgängermodus vorgesehen, der keine konkrete Route vorgibt. Ein Positionskreis meldet den ungefähren Standort des Nutzers und zeigt dann mit einem roten Pfeil die Zielrichtung und mit einem blauen Pfeil die empfohlene Laufrichtung an. Die Pfeile geben Anhaltspunkte, lassen dem Fußgänger aber Entscheidungsspielraum, wie er wirklich laufen möchte. Nach kurzer Eingewöhnung erweist sich das Prinzip als praxisgerecht. Navigationsgerätehersteller Garmin liefert bei seinem neuen Nüvi 550 neben Straßenkarten auch topografische Karten mit. Die Stärken des Systems zeigen sich vor allem auf Wanderwegen. Grundsätzlich gilt aber: Kleine Wege auf dem Land sind noch immer nicht so gut erfasst wie Nebenstraßen in Großstädten.

Stadführung inklusive

Der "Scout Navigator" von Merian richtet sich vor allem an Touristen. Er soll historische und touristische Informationen liefern - auf Wunsch sogar mit Beiträgen im Hörbuch-Stil. Sie werden automatisch abgespielt, wenn man sich einem interessanten Ziel nähert. Burgen und Kirchen sind verzeichnet, sogar Beiträge zu ganzen Regionen sind vorhanden. Hilfestellung gibt das Gerät auch beim Finden von Restaurants, Museen oder Einkaufspassagen. Mit rund 800 Euro ist die Premium- Version ziemlich teuer, weshalb Hersteller Merian zwei weitere, im Funktionsumfang reduzierte Modelle für 600 und 400 Euro anbietet. Dort fehlen aber die Audio- Guides. Alle drei Varianten kennen jedoch nur wenige, vor allem größere Fußgängerwege. Günstiger ist das tragbare Navigationsgerät M4 von Falk: Das Gerät kostet rund 150 Euro. Trotz des erheblich günstigeren Preises bietet auch es umfangreiche Reisetipps. Diese Text-Infos liest es mit einer Computerstimme vor. Aber auch die führt auf Wunsch zum besten Biergarten.

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