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Kamerakran: Deutscher Tüftler bekommt Technik-Oscar

Was er brauchte, gab es nicht, also baute Horst Burbulla einfach selbst einen Kamerakran. Inzwischen ist sein Gerät aus Hollywood nicht mehr wegzudenken und wird von der Filmakademie mit einem Technik-Oscar ausgezeichnet.

Der Deutsche Horst Burbulla wird am 12. Februar in Los Angeles mit einem Technik-Oscar geehrt. Wie die amerikanische Filmakademie mitteilte, wird damit die Entwicklung eines Kamera-Kran-Systems mit Teleskop-Mechanismus ausgezeichnet, das Burbulla erfunden und am Markt durchgesetzt hat. Der Technik-Oscar geht auch an Jean-Marie Lavalou, Alain Masseron und David Samuelson für ein anderes Kran-System mit Fernsteuerung. Ihr Louma Camera Kran wurde erstmals in Steven Spielbergs Film "1941" eingesetzt und ermöglichte völlig neue Perspektiven bei einer Tanzszene.

Die amerikanische Filmakademie begründet ihre Wahl damit, dass Burbullas Erfindung und Weiterentwicklung seines Systems die Kamera- Kran-Technologie revolutioniert habe. "Mit seinem elektronisch gesteuerten, ausfahrbaren, leichtgewichtigen und überaus präzisen Kopf erlaubt er der Kamera, während der Aufnahme zu schwenken."

Die Akademie in Los Angeles wies darauf hin, dass beide Systeme inzwischen breite Anwendung in der Filmindustrie finden. Der von Horst Burbulla erfundene Teleskop-Kran hat einen ferngesteuerten ausfahrbaren Kamerakopf. Ohne diese Technik wären komplexe Action-Szenen wie in "Spider-Man" oder "Van Helsing" nicht möglich, erklärte der Akademie-Vorsitzende Richard Edlund.

Academy-Director Rich Miller erläuterte dem Online-Dienst "Movie City News", dass der Sci-Tech-Oscar anders als die alle anderen Oscars nicht herausragende Beiträge aus 2004 würdigt. Vielmehr würden "Errungenschaften, die ihren Nutzen über Jahre bewiesen und der Filmindustrie zu Erfolg verholfen haben" gewürdigt.

Aus der Not erfinderisch

Burbulla sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe den Teleskop-Kran vor rund 20 Jahren gebaut, weil er für seinen ersten Film, den experimentellen Spielfilm "Liebe und Tod", nur 100.000 Mark von der nordrhein-westfälischen Filmförderung zur Verfügung hatte. Ihm sei die Miete für eine flexibel fahrbare Kamera zu teuer gewesen, erklärte der 46-Jährige, der Anfang der 80er Jahre als 22-Jähriger sein erstes Werk als Filmemacher angegangen war.

Er habe sich damals "selbst was gebaut", das wie eine Feuerwehrleiter und viel besser funktioniert habe als alle auf dem Markt verfügbaren Geräte, sagte Burbulla. Eine technische Ausbildung habe er nicht gehabt und Grundkenntnisse allenfalls mit dem "Märklin-Metallbaukasten" bezogen.

Als Techniker respektiert, als Filmemacher ignoriert

"Aus Not wird man zum Glück gezwungen", sagte der 46-Jährige, der in Polen geboren wurde und im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Bonn kam. Sein Film sei zwar in auf dem Festival in Locarno aufgeführt worden, aber sonst habe man ihm als Filmemacher die kalte Schulter gezeigt. Als Techniker dagegen habe er immer bei Einladungen die besten Hotels zur Übernachtung angeboten bekommen. So habe er seinen 1982/83 zusammengebauten Teleskop-Kran 1986 erstmals auf einer Messe präsentiert und sei damit auf großes Interesse gestoßen. Burbulla wurde Fabrikant, nannte sein Unternehmen Technocrane. Nach Anfängen in London verlegte er den Betrieb 1991 nach Pilsen in die Tschechische Republik, wo er zurzeit nach seinen Angaben 50 bis 60 Beschäftigte hat.

Der selbst gebaute Prototyp existiert nicht mehr; er fiel einem Unfall zum Opfer, wie Burbulla erklärte. Zur Oscar-Verleihung in Los Angeles will er mit der ganzen Familie, seiner Lebensgefährtin, dem 15-jährigen Sohn und dem eineinhalbjährigen Mädchen, fliegen.

AP/DPA / AP / DPA
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.