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Private Raumfahrt: Rakete explodiert beim Start

Der Traum vom 10-Millionen-Preis für eine Pioniertat in der privaten Raumfahrt ist für zwei 26-jährige Ingenieure noch beim Start in Flammen aufgegangen.

Bereits beim Start explodierte ein Triebwerk ihrer unbemannten, sieben Meter langen Rakete "Rubikon 1", berichtete der US-Kabelsender MSNBC am Montag. Die Rakete sei zwar noch wenige hundert Meter in die Luft geflogen, aber dann endgültig in alle Einzelteile zerfallen.

Das zweite Triebwerk sei wie ein brennender Stab in den Pazifischen Ozean abgestürzt. Der Kopf der Testpuppe sei wenige Minuten später als einziges übrig gebliebene Stück der Rakete an den Strand gespült worden. Die beiden Ingenieure wollten am Rennen um den mit 10 Millionen Dollar (8,3 Millionen Euro) dotierten "Ansari X Preis" für einen Flug bis 100 Kilometer Höhe teilnehmen. Um den Preis bewerben sich insgesamt 26 Teams aus 7 Ländern.

Ungeachtet des Misserfolgs wollen die beiden Amerikaner weitermachen. "Die Testpuppe wird wahrscheinlich nicht noch einmal fliegen wollen, aber wir versuchen es noch einmal", sagte Storm. Beide Ingenieure haben nach eigenen Angaben noch eine weitere, rund 20 000 US-Dollar (18 000 Euro) teure Rakete, die sie im kommenden Monat starten wollen.

"SpaceShipOne" erreichte den Orbit

Als Favorit im Rennen um die Millionenprämie gilt bislang das Raketenflugzeug "SpaceShipOne". Es hatte am 21. Juni als erstes privat finanziertes Raumflugzeug eine Höhe von rund 100,1 Kilometern erreicht und damit am Rand des Orbits gekratzt. Hinter dem Projekt stehen der Luftfahrtpionier Burt Rutan (60) und der Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Paul Allen (51). Beiden schwebt vor, innerhalb von zehn Jahren abenteuerlustigen Weltraumtouristen Flüge zum Preis einer Luxuskreuzfahrt anzubieten.

Zweimal Weltraum und zurück

Das kanadische "Da Vinci Project Team" stellte am Donnerstag vergangener Woche in Toronto sein Raketenflugzeug "Wild Fire Mark VI" vor. Das Raketenflugzeug soll von dem weltgrößten wiederverwendbaren Helium- Ballon in eine Höhe von 24,4 Kilometern gehoben werden und von dort aus starten. Als Termin ist der 2. Oktober vorgesehen.

Die Regeln für den im Mai 1996 von den Stiftern ausgelobten Preis sehen vor, dass bis Januar kommenden Jahres ein privates Raumflugzeug innerhalb von zwei Wochen zwei Mal bis in eine Höhe von 100 Kilometern an den Rand des Orbits fliegen muss. An Bord des Flugkörpers soll nicht nur ein Pilot sein, sondern auch das Äquivalent des Gewichts von zwei Passagieren und deren Ausrüstung.

DPA / DPA
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