Roboteranzug Als Robo-Oma zu mehr Selbstständigkeit


Um behinderten und alten Menschen mehr Kraft in Armen und Beinen zu verschaffen, haben japanische Ingenieure einen Roboteranzug entwickelt. Die Entwickler gehen davon aus, dass solche Hilfsmittel schon bald Standard in überalterten Gesellschaften sein werden.

Japanische Forscher haben einen Roboter-Anzug für Senioren entwickelt, der mit Hilfe eingebauter Sensoren die Bewegung von Armen und Beinen unterstützt. Damit könnten ältere Menschen nicht nur ohne Anstrengung gehen, sondern auch mehr als 20 Kilogramm schwere Gegenstände heben, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun". Sobald die Sensoren auf der Haut elektrische Ströme vom Gehirn zu den Muskeln registrieren, schaltet sich kurz vor der natürlichen Regung der Muskeln die Bewegungsmotorik des Anzuges ein. Japans Forscher erwarten, dass Roboteranzüge eines Tages zum wichtigen Bestandteil des täglichen Lebens in Japans rapide alternder Gesellschaft werden.

Japan ist weltweit führend in der Entwicklung von Robotern. Der von einem Team unter Leitung von Professor Yoshiyuki Sankai von der Tsukuba Universität entwickelte Roboteranzug namens HAL (Hybrid Assistive Limb) wird gegenwärtig in Pflegeeinrichtungen für alte Menschen getestet. Das von der Tsukuba Universtät gegründete Venture- Unternehmen Cyberdyne werde sich mit dem Bauunternehmen Daiwa House Industry zusammenschließen, um jährlich 400 der HAL-Anzüge zu fertigen, hieß es. Voraussichtlich 2008 sollen die Anzüge in den Verleih (angekündigter Preis: umgerechnet 380 bis 1270 Euro/Monat) und Verkauf (3165 Euro) unter anderem an Rehabilitationseinrichtungen gehen. Zudem plane Daiwa House den Bau von Häusern und Wohnanlagen für Menschen, die diese Anzüge nutzen.

DPA DPA

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