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Robotermuseum: Hallo, kleiner Robi

In Japan hat kürzlich ein Robotermuseum eröffnet. Es weckt bei Besuchern die Frage, wie wir Menschen uns die Zukunft mit immer klügeren Maschinen teilen werden.

Von Sven Stillich

"Guten Tag", sagt die kleine Sayo Nishii freundlich - "guten Tag", antwortet der gelbe Roboter und streckt ihr seine Plastikhand entgegen. Er hat fast ihre Größe. Sayo lächelt, ihre jüngere Schwester Suzuka staunt, der Vater steht daneben. Ein stiller Moment ist das im Robotermuseum in Nagoya, Japan, und deswegen ein rarer: Es ist selten ruhig hier, aus dem Raum um die Ecke piepst, blinkt und surrt es schon herüber. Rund 300 Roboter aus dem vergangenen Jahrhundert bis heute gibt es auf mehr als 600 Quadratmetern zu sehen - als Foto, als Modell oder "lebend", zwischen den Besuchern. Die Nishiis sind unter den ersten Gästen, das Museum hat gerade erst eröffnet. Alles ist frisch, selbst die Blumen von der Einweihungsfeier sind es noch.

Die Exponate arbeiten bereits routiniert. Kleine und große Roboter aus aller Welt fahren herum, ein Stockwerk tiefer, am Eingang des Museums, drehen sich zwei orangefarbene Industrieroboter, die man sonst bei Autofirmen am Band findet, um die eigene Achse: Einer malt die Silhouetten der Gäste auf eine Tafel, der andere spielt mit ausschweifenden Bewegungen "Der Mond ist aufgegangen" oder "Yesterday" dazu - mit seinen Elektromotoren, die surren und summen, als wären sie Musikinstrumente. Es sind Begegnungen wie diese mit den Robotern der deutschen Künstler "Robotlab", die das "Robot Museum" so unvergleichlich machen: Wer einmal in das Kameraauge eines Roboters geblickt hat, der gleich darauf ein Bild von dem malt, was er sah, dem kommt unweigerlich der Gedanke, was das da vor ihm ist oder einmal werden könnte - eine Maschine bloß oder doch mehr als das? Es gibt wohl keineDie Exponate arbeiten bereits routiniert. Kleine und große Roboter aus aller Welt fahren herum, ein Stockwerk tiefer, am Eingang des Museums, drehen sich zwei orangefarbene Industrieroboter, die man sonst bei Autofirmen am Band findet, um die eigene Achse: Einer malt die Silhouetten der Gäste auf eine Tafel, der andere spielt mit ausschweifenden Bewegungen "Der Mond ist aufgegangen" oder "Yesterday" dazu - mit seinen Elektromotoren, die surren und summen, als wären sie Musikinstrumente. Es sind Begegnungen wie diese mit den Robotern der deutschen Künstler "Robotlab", die das "Robot Museum" so unvergleichlich machen: Wer einmal in das Kameraauge eines Roboters geblickt hat, der gleich darauf ein Bild von dem malt, was er sah, dem kommt unweigerlich der Gedanke, was das da vor ihm ist oder einmal werden könnte - eine Maschine bloß oder doch mehr als das? Es gibt wohl keinen anderen Ort, an dem man sich fragen würde, ob ein Roboter ein gutes Bild von einem gezeichnet hat. Hier gehört das dazu. "Es fühlte sich an, als hätten wir uns in die Augen gesehen", sagt die 16-jährige Paula de Jong aus den Niederlanden, "dann hat er mich gemalt."n anderen Ort, an dem man sich fragen würde, ob ein Roboter ein gutes Bild von einem gezeichnet hat. Hier gehört das dazu. "Es fühlte sich an, als hätten wir uns in die Augen gesehen", sagt die 16-jährige Paula de Jong aus den Niederlanden, "dann hat er mich gemalt."

Wie wird es weitergehen mit unseren Maschinen, die immer klüger werden? Wie werden wir uns eines Tages mit ihnen arrangieren? Derlei Fragen einen Platz zu geben, das ist das Verdienst dieses Museums. Erwachsene wandern nachdenklich und konzentriert durch die Gänge, mit einem weißen iPod um den Hals, der ihnen die Ausstellungsstücke erklärt. Kinder lärmen mit den Robotern um die Wette und haben keine Scheu vor ihnen. Und am Ende treffen sich alle im Streichelzoo des Museums und spielen mit Roboterhunden, mit Furbys, mit wuscheligen Robben, die mechanisch die Augen auf- und zumachen - und plötzlich ist klar, dass der Weg zwischen Mensch und Maschine vorgezeichnet ist. Weil wir nun mal dazu neigen, Dingen, die uns anrühren, Gefühle entgegenzubringen. "Sie gehen mit den Plastikhunden um, als wären es richtige Tiere", sagt Yasuhiro Nishii, der Vater von Sayo und Suzuka. Dann gehen sie runter in den Shop - und das Museum reduziert sich für ihn auf die Frage, um wie viele Yen leichter ein Vater mit zwei Kindern diesen magischen Ort verlässt.

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