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Für iPhones und Android-Smartphones Die Allzweckwaffe gegen Stiche von Mücken und Wespen? Mobiler Insektenstichheiler von Heat It im Test

Heat It Insektenstichheiler an einem iPhone
Er könnte hübscher sein, aber er funktioniert hervorragend: Der Heat It Insektenstichheiler wird einfach ans Smartphone gesteckt und mit drei Klicks geht's los.
© stern / Christian Hensen
Insektenstiche gehören zum Sommer wie Sonnencreme. Gegen die schmerzhaften Angriffe lässt sich kaum etwas ausrichten – gegen die Folgen schon. Denn der Juckreiz kann mit Hitze gelindert werden. Zumindest der Heat It Insektenstichheiler verspricht das. Der Test soll zeigen, ob's klappt.

Kurz mal nicht aufgepasst und zack – der Insektenstich sitzt. Während man bei Bienen einiges dafür tun muss, um die sanften Gemüter zu erhitzen, verhalten sich Wespen, Bremsen und Mücken schlichtweg unverschämt – und kennen kein Pardon. Gegen den Stich selbst lässt sich zwar mit Cremes und Sprays vorbeugen, aber wer einmal eine laue Sommernacht in Ufernähe verbracht hat, der weiß, dass nicht jedes Insekt vor den müffelnden Tinkturen oder Kerzen Reißaus nimmt. Interessanter ist also die Frage, wie sich ein solcher Stich möglichst effizient behandeln lässt, damit das Jucken nachlässt und die Heilung weniger störend verläuft. 

Das Stichwort lautet: Insektenstichheiler. Die arbeiten mit Hitze und sollen durch lokale Wärmeinwirkung Linderung verschaffen. Entsprechende Geräte gibt es in allen Formen und Farben, doch die meisten haben eines gemeinsam: Sie laufen mit Batterien und liegen meist da, wo man sie gerade nicht erreicht – in irgendeiner Schublade.

Heat It ist immer dabei

Anders das mobile Gadget der deutschen Firma Heat It, dass es ab rund 27 Euro für iPhones und Smartphones mit USB-C-Anschluss gibt. Das Gerät kommt einfach an den Schlüsselbund und wird bei Bedarf in das Telefon gesteckt – Stromversorgung und Bedienung übernimmt das Telefon.

In der thailändischen Provinz Udon Thani schleppt eine Wespe eine Vogelspinne ab.

Das Prinzip funktioniert so: Eine kleine Heizplatte wird auf rund 51 Grad Celsius erhitzt. Diese drückt man zwischen vier bis neun Sekunden auf die betroffene Hautstelle. Durch den (absolut moderaten) Hitzeschmerz (lokale Hyperthermie) werden verschiedene Reaktionen ausgelöst. Die Hitze soll einerseits dafür sorgen, dass Insekten-Proteine zerstört werden, die das Jucken verursachen. Andererseits soll sie Nervenrezeptoren aktivieren, die juckreizstillend, schmerzlindernd und gefäßerweiternd wirken. Eine entsprechende Studie findet sich beispielsweise beim Anbieter "Bite Away".

Das Gerät von Heat It hat den bereits erwähnten Vorteil, immer dabei zu sein. Dennoch funktionierte es im Test genau so gut wie ein Konkurrenzprodukt mit Batterie. Sobald man den Stick in den jeweiligen Anschluss des Smartphones steckt, öffnet sich die dazugehörige App. Diese besteht aus großen, einfachen Kacheln, mit denen sich im Handumdrehen festlegen lässt, wie die Behandlung ablaufen soll. Zur Wahl stehen drei Zeitspannen, ein Kinder- oder Erwachsenenmodus und eine Option, sollte es sich um eine sehr empfindliche Körperstelle handeln.

Heat It Insektenstichheiler App
Die App ist so simpel, wie es möglich ist: Zunächst wählt man den Grad der Hitze und die Dauer der Behandlung, danach reicht ein Klicks auf Start und es wird heiß. Warnungen erscheinen in der App, wenn es nötig ist.
© stern / Christian Hensen

Anschließend drückt man auf "Start" und schon geht's los. Das Gerät heizt kurz auf und zeigt auf dem Smartphone genau an, wann man die Hautstelle berühren soll. Dann wird es kurz heiß und anschließend – lässt tatsächlich das Jucken nach. Zumindest im Test können wir bestätigen, dass es wirklich hilft. Wo vorher ein Mückenstich dafür sorgte, dass vor lauter Wahnsinn bereits über die Vor- und Nachteile einer Amputation nachgedacht wurde, herrscht nach der Anwendung des Insektenstichheilers Ruhe.

Die Unterschiede der verschiedenen Modi sind sehr deutlich, wer den Erwachsenenmodus auf voller Länge ohne Option für empfindliche Haut wählt, wird merklich heißer gegrillt als in den minder schmerzhaften Stufen. Aber: Auch im Hardcore-Modus bleiben natürlich keine Brandblasen zurück – es ziept halt etwas deutlicher und etwas länger.

Mängel beim Design – es droht Verlust

Das Design des Heat It ist leider etwas misslungen, wenn auch nicht völlig daneben. Denn: Das Gerät selbst ist nicht Teil des Gehäuses, das man am Schlüsselbund befestigt. Das kann dazu führen, dass sich der Stichheiler irgendwann löst – zumindest wird das von Kunden häufig als Mangel genannt. Ein Kabelbinder um das gesamte Gadget, den man zur Anwendung auf Seite schieben kann, soll helfen. Vom Hersteller ließe sich das bestimmt besser und optisch ansprechender lösen.

Gleichzeitig könnte man auch daran arbeiten, dass die Heizfläche stets freiliegt, sprich Flusen und sonstigem Dreck an Orten, wo ein Schlüssel aufbewahrt wird, schutzlos ausgeliefert ist. 

Fazit: Es hilft – und das ist die Hauptsache

Funktion top, Design eigentlich flop. Hier muss der deutsche Hersteller Kamedi nochmal ran. Der Heat It Insektenstichheiler ist eine wirklich tolle Idee und funktioniert einwandfrei, hat aber zwei vermeidbare Schwachstellen. Aber: Wenn Sie zu den Menschen gehören, die für Mücken und andere Insekten nach einer perfekten Zielscheibe aussehen, sollten Sie über diese Anschaffung nachdenken. Im Test half es und ist nun – mit einem Kabelbinder – fester Teil des Schlüsselbundes geworden.

Der Preis liegt für Android-Geräte und andere Smartphones (die App gibt es aber nur für iOS und Android) bei 27 Euro, das iOS-Pendant kostet knapp 40 Euro. Der Hersteller begründet das wie folgt: "Wir würden den Heat It für iPhones liebend gern zum Preis der Android Variante anbieten. Das ist aber leider nicht möglich. Der Stick mit Lightning-Stecker ist ein offiziell durch Apple MFi-zertifiziertes Produkt, zusätzliche Bauteile sind nötig und zusammen mit einer aufwendigeren Produktion lässt sich der Aufpreis nicht vermeiden."

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