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Stiftung Warentest prüft E-Book-Reader: Muss es denn immer ein Kindle sein?

Amazons Kindle war jahrelang der Platzhirsch unter den E-Book-Readern. Der deutsche Tolino ist sein ärgster Herausforderer. Doch welches Lesegerät ist besser? Stiftung Warentest hat beide getestet.

Ein ganzes Bücherregal auf 180 Gramm: E-Book-Reader waren im vergangenen Weihnachtsgeschäft der Renner unterm Tannenbaum. Amazon trumpfte mit seinen Kindles groß auf, der deutsche Buchhandel hielt mit dem neuen Tolino Vision 2 dagegen. Doch welcher E-Reader ist am besten - und was unterscheidet die Modelle voneinander? Die Zeitschrift "Stiftung Warentest" hat acht Lesegeräte miteinander verglichen.

Amazon verteidigt den Thron

Testsieger ist Amazons Flaggschiff Kindle Voyage (Note: 1,4). Dessen Handhabung ist laut Warentest "spitze", außerdem gibt es eine gute Anleitung auf dem Gerät. Das Bedienmenü und die gespeicherten Bücher sind übersichtlich angeordnet. Auch das Kaufen und Herunterladen neuer Bücher geht schneller und bequemer von der Hand als bei der Konkurrenz, finden die Tester.

Doch nicht nur die Software überzeugt, auch die Technik lässt keine Wünsche offen: Das hintergrundbeleuchtete Display (15 Zentimeter Diagonale) ist extrem hochauflösend (Auflösung: 1448 x 1072 Pixel) und auch im direkten Sonnenlicht gut lesbar. Mit 189 Euro ist der Kindle Voyage allerdings kein Schnäppchen. Ein weiterer Nachteil: Kindle-Leser können nur in Amazons eigenem Bücher-Shop einkaufen.

Tolino ebenfalls "sehr gut"

Auf dem zweiten Platz landet der Tolino Vision 2 (Note: 1,5). Der Anti-Kindle der Tolino-Allianz (unter anderem Bertelsmann, Thalia, Weltbild, Hugendubel) ist mit 129 Euro deutlich günstiger. Außerdem unterstützt er sämtliche E-Books mit Adobes Kopierschutzsystem und das populäre Format ePub. Kindle-Bücher werden allerdings nicht unterstützt.

Technisch ist der Tolino Vision 2 auf Augenhöhe: Das hintergrundbeleuchtete Sechs-Zoll-Display (15 Zentimeter) ist zwar nicht ganz so scharf wie beim Premium-Kindle (1024 x 768), trotzdem gibt es laut Warentest an der Bildqualität nichts zu meckern. Auch im stern-Test punktete der Vision 2 mit einem tollen Bild. Ein großer Pluspunkt: Der Vision 2 ist wassergeschützt - entspanntem Lesen in der Badewanne oder am See steht somit nichts im Wege.

Icarus Excel: Schwer, unhandlich, teuer

Auf Platz drei landet der ebenfalls wasserdichte Kobo Aura H2O (Note: 1,7). In puncto Bildqualität wird hier sogar noch eine Schippe draufgelegt, weil der Hintergrund des Displays noch etwas weißer wirkt als bei der Konkurrenz. Mit 179 Euro ist er allerdings auch ziemlich teuer.

Das Schlusslicht ist der Icarus Excel (E1051). Er erreichte nur ein "Befriedigend" (Note: 2,8). Das Gerät ist laut Warentest schwer, unhandlich und mit 320 Euro sehr teuer. Zudem lässt sich der Touchscreen nicht wie üblich mit den Fingern, sondern nur mit einem Eingabestift bedienen. Als Betriebssystem ist Android installiert.

Den gesamten Test gibt es gegen Gebühr unter test.de/e-book-reader 

Christoph Fröhlich
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