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TV-Experiment entlarvt Sexismus: Anchorman trägt ein Jahr lang denselben Anzug

Der australische TV-Moderator Karl Stefanovic macht mit einem Experiment darauf aufmerksam, welche Kritik seine Kolleginnen wegen ihres Äußeren kassieren. Die Zuschauerreaktionen sind erstaunlich.

Was bekommen Nachrichtensprecherinnen aus dem Fernsehen nicht alles zu hören. Kaum ist die Sendung ausgestrahlt, hagelt es Spitzen gegen ihr Äußeres: Ihr Jacket sei zu kastenförmig, die Brille zu eulenhaft und die Haare, ja, die seien zu strähnig und bräuchten dringend neue Highlights.

Jetzt eilt ihnen der Moderator der australischen „Today Show“ zur Seite. Für ein Jahr trug Karl Stefanovic denselben Anzug in seiner Sendung. Ein „günstiges Burberry-Imitat“ wie er selbst sagt. Alles, was er tauschte, waren Hemd und Krawatte. Und niemand bemerkte es! Seine Kolleginnen Lisa Wilkinson und Samantha Armytag mussten dagegen von den Zuschauern täglich Schelte wegen ihrer Outfits einstecken.

Mit seiner Aktion möchte Stefanovic deutlich machen, wie unterschiedlich Männer und Frauen im Fernsehen behandelt werden. Frauen würden danach beurteilt, was sie tragen oder wie ihre Haare liegen. Er dagegen werde nur bezüglich seiner Interviews und seines schlechten Humors kritisiert, erzählt Stefanovic.

Wer jedoch denkt, es handle sich bei den bösen Kommentaren um klassischen Sexismus, liegt falsch. Es sind vor allem Zuschauerinnen, die gegen die Moderatorinnen schießen. Eine Art umgekehrter Sexismus.

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