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BERLIN: Ein Zettel für Paris

Kleinere und größere Probleme auf dem Weg ins Ausland

Kleinere und größere Probleme auf dem Weg ins Ausland

Mit einem Zettel fing es an. Mit ein paar mehr Zetteln hört es - zumindest hier in Deutschland - vorerst auf. Der langerwartete Schritt ins Auslandssemester an die Sorbonne in Paris hat sich summa summarum nun über ein Jahr hingezogen. Meinem anfänglichen Elan hat es einen kleinen Dämpfer verpasst, mich aber trotzdem nicht resignieren lassen. Und dabei wird es beileibe nicht mein erster Aufenthalt im Ausland sein.

Begonnen hat es wie bei vielen anderen mit der Zusage eines Studienplatzes im Rahmen des Erasmus/Sokrates-Programmes. Meine Neugierde und Freude auf Auslandserfahrungen trieb mich dazu, im Frühjahr eine Bewerbung an meinem Fachbereich an der Freien Universität Berlin einzureichen. Was mich mit der Zusage an organisatorischem Aufwand erwartete, bekam ich, peu à peu über das Jahr verteilt, zu spüren.

Der Weg als Ziel

Den genauen Beginn des Sommersemesters und damit meines Studienbeginns in Paris konnte mir an meinem Fachbereich niemand mitteilen. Und meine E-Mails nach Paris blieben leider auch unbeantwortet.

Ein beherzter Französischdozent, dem ich die Verbesserung meiner eigenen marginalen Kenntnisse anvertraut hatte, übernahm schließlich die Aufgabe. Er führte für mich ein kurzes und informatives Gespräch mit dem Pariser Studentenamt.

Bei der Übergabe meiner Stipendienunterlagen erklärte mir die Sekretärin, das alles weitere von der Sorbonne geklärt wird. Von dort würde ich auch die nötigen Informationen erhalten. Gute sechs Wochen später erklärte sich mir alles in Form einer kurzen Broschüre. So musste ich leider feststellen, dass weder Zimmer noch sonst irgendetwas geregelt sein würden, wenn ich aus dem laufenden Semester meiner deutschen Universität geradewegs ins Pariser wechseln würde.

Kurzzeitige Erlösung fand ich in der Bewerbung für ein Zimmer in der Cité Universitaire. In diesem internationalen Studentendorf in Paris bewarb ich mich um eines der bezahlbaren und begehrten Zimmer. Das war letzten Sommer. Bis jetzt habe ich über die Erfolgsaussichten dieser Bewerbung nichts gehört.

Ein Zimmer in Paris

Die in der Zwischenzeit steigende Unruhe meinerseits ließ mich Bekannte, Freunde und in Paris ansässige Familienmitglieder kontaktieren. Die über die Weihnachtsfeiertage entstandenen Arrangements beeindruckten mich so sehr, dass ich eines annahm. Genau zu diesem wohltuenden Zeitpunkt flatterte mir ein freundliches Schreiben ins Haus, dessen Absender das Heinrich-Heine-Haus in Paris war. Man habe meine Bewerbung dankend erhalten, könne mir aber leider kein Zimmer zur Verfügung stellen. Sieben Monate nach meiner Online-Bewerbung hatten sie die Bewerbung dankend erhalten - ach so!

In zwei Wochen geht es los: ich habe einen Studienplatz an der Sorbonne, ein Zimmer, ein Flugticket und ein paar Zettel, die mir sagen, wo ich mich melden muss. Genau das werde ich tun. In der Hoffnung, dass jemand weiß, dass ich komme. Denn sonst bin ich einfach da. (kl)

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