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Diskussion auf Reddit: Langjährige Paare verraten, ob sie es jemals bereuten, keine Kinder zu haben

Die Warnung kennt wohl jeder, der älter als 30 ist: "Du hast keine Kinder? Okay, vielleicht willst du jetzt keine – aber SPÄTER wirst du das bereuen!" Aber wie geht es älteren, kinderlosen Paaren wirklich? Haben sie ihre Entscheidung gegen Nachwuchs je in Frage gestellt?

Ein Paar bei einem romantischen Date im Restaurant

Ein Paar bei einem romantischen Date im Restaurant – ohne Kinder

Pexels

Manche Paare haben einfach nicht den Wunsch, Kinder zu bekommen. Sie fühlen sich auch ohne Nachwuchs erfüllt, genießen das Leben und ihre Liebe, reisen, feiern, kosten ihre Freiheit aus. Und daran ist nichts verwerflich. Doch jedes dieser Paare wird zu hören bekommen haben: "Später werdet ihr das bereuen!" Später – wenn die Partnerin biologisch keine Kinder mehr bekommen kann. Wenn die Lust auf Partys und Reisen womöglich mal nachlässt und stattdessen eine gewisse Leere im Leben eintritt. Wenn man alt ist und keine Kinder da sind, die sich um einen kümmern. Aber ist an diesen Warnungen was dran? Bereuen Paare jenseits der 45 wirklich, auf Kinder verzichtet zu haben?

Ein Reddit-Nutzer wollte dieser Frage nachgehen. Der Mann mit dem Nickname "Throwawaygeneral8899" hat nämlich vor, in Kürze zu heiraten, und denkt – in so einer Situation ja völlig nachvollziehbar – über seine Zukunfts- und mögliche Familienplanung nach. Er fragt das Internet: "Ältere Paare, die sich entschieden haben, keine Kinder zu bekommen – wie fühlt ihr euch mit diesem Entschluss, nachdem einige Zeit vergangen ist?" Und die Frage beschäftigt offenbar auch viele andere Menschen, jedenfalls entspann sich auf Reddit eine rege Diskussion mit mehr als 4700 Kommentaren.

Viele Antworten sind tiefgründig und klug

Viele Antworten wirken gut durchdacht und plausibel: "Ich persönlich habe manchmal die Sorge, dass ich eines Tages bereuen werde, keine Kinder bekommen zu haben. Aber: Das ist nicht dasselbe wie Kinder zu wollen! Für mich ist das ein wichtiger Unterschied. Ich habe meine eigenen Gründe, zu glauben, kein guter Elternteil zu sein", schreibt etwa ein Nutzer namens "Oenonaut". "PhoneJazz" fügt hinzu: "Wie schon häufig angemerkt wurde: Kinder zu haben ist keine Absicherung, nicht alleine zu sterben."

Und eine Dame namens "MoiraCousland" berichtet: "Mein Mann und ich sind Mitte 50 und seit 19 Jahren verheiratet. Wir sind beide in gewalttätigen Elternhäusern aufgewachsen, waren die 'klugen Kinder' der Familie und sind schnellstmöglich zuhause ausgezogen. Wir haben während des Studiums gearbeitet und später etwas aus uns gemacht, bevor wir geheiratet haben. Wir haben eine Menge gemeinsam und eine felsenfeste Ehe. Wir haben darüber nachgedacht, Kinder zu haben. Aber nachdem wir so lange dafür gebraucht haben, die Wunden unserer eigenen Kindheit verheilen zu lassen und dem Teufelskreis der Armut, in dem wir groß wurden, zu entkommen, entschieden wir, dass wir beide uns genug sind. Wir betrachten uns trotzdem als Familie und sind sehr glücklich. Unser Zuhause ist friedvoll und das ist es, was uns am wichtigsten ist. Wenn ich heute noch einmal zwischen Mutterschaft und dem Eheleben, das ich gerade genieße, wählen müsste, wäre das überhaupt nicht schwer. Ich bereue nichts."

Manchmal passt es nicht, manchmal geht es nicht

Ein Nutzer namens "Grahag" schreibt: "Ich bin seit 21 Jahren verheiratet und eigentlich wollten wir anfangs Kinder haben. Es stellte sich heraus, dass das für uns nur schwer möglich sein würde. Meine Frau war zuerst am Boden zerstört, aber ich war beinahe erleichtert. Es ist eine große Verantwortung und man muss sein Leben komplett ändern, um einem Kind gerecht zu werden. Über die Jahre hat meine Frau dann tatsächlich oft gesagt, wie froh sie ist, dass wir keine Kinder haben, weil wir sonst nicht all diese Abenteuer hätten erleben können. Ich glaube, es war die richtige Entscheidung und wir sind ohne Kinder besser dran. Wir lieben unser Leben und planen jetzt in unseren 50ern langsam einen abenteuerlichen Ruhestand."

Und man muss ja auch ohne eigene Kinder nicht völlig ohne die Gesellschaft von Kindern sein. Nutzer "NonTransferable" schreibt: "Ich bin Ende 50, verheiratet, keine Kinder. Es ist ein tolles Leben. Unser Geld und unsere Zeit gehören uns. Ich habe sehr viele Nichten und Neffen und bin zudem ein 'Onkel' für viele Kinder meiner Freunde. Sie sind alle besonders nett zu einem spaßigen Onkel, der immer Geld übrig hat. Für die Teenager und älteren unter ihnen werden meine Frau und ich zu Vertrauenspersonen, wenn sie sich ihren Eltern nicht anvertrauen können. Wir haben vielleicht keine eigenen Kinder, aber die Kids in unserer Familie finden uns fabelhaft!"

Quelle: Reddit

wt
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