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#NotaWheelchair Endlich Freiheit: Mann designt Offroad-Rollstuhl für seine Frau, der nun in Serie geht


Schon Bürgersteige können für Rollstuhlfahrer die Hölle sein, wenn etwa Unebenheiten nicht zu umfahren sind. Der "Not a Wheelchair" würde über so etwas lachen – er ist ein Offroad-Genie.

Was es bedeutet, sich überall (nahezu) uneingeschränkt bewegen zu können, wissen wir alle wohl seit der Corona-Pandemie ganz besonders zu schätzen, auch wenn wir nicht auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Wie viel Freiheit und Selbstständigkeit es jedoch für jene darstellt, die nicht einfach loslaufen können, können Menschen ohne Beeinträchtigung wohl immer noch nur schwer ermessen. Zack Nelson allerdings hat es hautnah miterlebt, weil seine Freundin und mittlerweile Ehefrau darauf angewiesen ist, sich auf Rädern fortzubewegen: Cambry ist gelähmt und braucht einen Rollstuhl. Doch so wirklich frei war sie damit nicht unterwegs.

Wie das Paar berichtet, ist der Markt für Zubehör zur Aufrüstung eines Rollstuhls nicht besonders gut ausgestattet und die Module sind entweder so teuer wie ein Kleinwagen oder super langsam. Also dachten sie darüber nach, wie sie das ändern könnten, sie wollten ein Gerät entwickeln, das leicht ist, wendig und zudem eine große Reichweite hat. Um es vorwegzunehmen: Sie haben es geschafft – und zwar so gut, dass auch andere es wollen.

Wie der Offroad-Rollstuhl funktioniert, können Sie hier im Video sehen:

Größtenteils aus Fahrradbestandteilen bauten die beiden ein Gefährt zusammen, das sich für zahlreiche Unternehmungen nutzen lässt. Es bietet Stauraum hinter dem Sitz, wo sich zum Beispiel eine Halterung plus Rollstuhl anbringen – oder eine Kühltasche für einen Campingausflug verstauen – lässt. Die Bremsscheiben und -backen sowie das hydraulische Bremssystem, der E-Bike-Motor sowie die Batterien, die doppelt vorhanden sind, um die Reichweite zu vergrößern, stammen von Fahrrädern. Das erleichtert eigenständige Reparaturen.

Das Mobil schafft an die 60 Kilometer bis zur nächsten Aufladung, je nach Untergrund, Zuladung und Gewicht des Fahrers. Wie bei einem Fahrrad ist es jedoch nicht ganz einfach, auf Schnee oder Sand vorwärts zu kommen. Die empfohlene Belastung liegt bei rund 100 Kilogramm, der Grundausstattungspreis, mit nur einer Batterie, bei etwa 3300 Euro.

Anderthalb Meter lang und gut 80 Zentimeter breit lässt sich das Gefährt auf Pick-ups oder kleinen Anhängern mitnehmen. Der Bedarf an Fortbewegungsmöglichkeiten, die mehr als Krankenhausflure überwinden können, ist groß. Deswegen geht der sogenannte Rig (Schlepper) jetzt in Serie. 

bal

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