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Quer durch Italien Mann läuft 450 Kilometer, um sich nach einem Ehestreit abzureagieren

Ein Mann geht einsam spazieren
Das Böse muss raus: Ein Mann läuft seine Wut weg (Symbolbild)
© Marco_Piunti / Getty Images
Dass Italienern ein gewisses Feuer und große Leidenschaft nachgesagt wird, begründet sich wohl schon in ihrem Temperament beim Sprechen. Im Streit allerdings geht da noch mehr: Ein Mann türmte 450 Kilometer weit weg vor Wut.

65 Kilometer pro Tag lief ein 48-jähriger Italiener, der in der norditalienischen Stadt Como lebt, nahe der Schweizer Grenze. Er hatte sich mit seiner Ehefrau gestritten und musste seine Wut loswerden. Seine Flucht von zu Hause trat er ohne jegliche Vorbereitung an, er haute einfach ab. Er war eine Woche lang unterwegs, hatte gerade das kleine Städtchen Fano an der Adriaküste erreicht und schon 450 Kilometer zurückgelegt, als er gestoppt wurde. Von der Polizei.

Die Beamten hatten den Mann um zwei Uhr morgens angehalten, weil er sich gegen die in Italien geltenden Lockdown-Regeln verstoßen hatte. Denn hier gilt eine Ausgangssperre zwischen zehn Uhr abends und fünf Uhr morgens. Als der Mann den Polizisten erzählte, woher er kam, konnten sie seine Angaben kaum glauben: 450 Kilometer zu Fuß? Sie überprüften seine Angaben und wurden fündig: Seine Frau hatte ihn eine Woche zuvor in Como als vermisst gemeldet.

Unterkühlt, aber klar bei Sinnen

Italienische Medien berichten, der Mann sei von seiner langen Tour unterkühlt, jedoch bei klarem Verstand gewesen. Allerdings sagte er auch, er habe gar nicht bemerkt, wie weit er gelaufen sei, um seinen Kopf frei zu kriegen. Unterwegs hätten ihm Passanten etwas zu essen gegeben. "Mir geht es gut, ich bin nur etwas müde", zitierten ihn die Beamten im Gespräch mit der Lokalzeitung "Il Resto del Carlino" aus Fano.

Als seine Frau in Fano ankam, bestätigte sie seine Geschichte: Er sei nach einem Streit vor einer Woche in Como aus dem Haus gestürmt und ward nicht mehr gesehen. Die Ehefrau musste nicht nur die Hotelrechnung in Fano begleichen, sondern auch 400 Euro Strafe zahlen, weil ihr Mann die Ausgangssperre nicht eingehalten hatte, die die zweite Coranawelle eindämmen soll.  In bestimmten sogenannten roten Zonen dürfen sich Italiener nicht allzu weit von ihren Häusern entfernen – und nachts schon gar nicht.  

Quellen: "Il Resto del Carlino", "Independent"

bal

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