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Bildung: Jeder achte Hauptschüler geht ohne Abschluss ab

Rund 29.000 Hauptschüler in Deutschland beenden nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft ihre Schullaufbahn, ohne einen Abschluss zu erreichen.

Rund 29.000 Hauptschüler in Deutschland beenden nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft ihre Schullaufbahn, ohne einen Abschluss zu erreichen. Den am 12. Mai in Köln veröffentlichten Zahlen des Instituts zufolge war dies somit jeder achte Hauptschulabgänger. Jeder vierte Hauptschüler muss zudem während seiner Schulzeit einmal eine Klasse wiederholen. Mit einer Quote von mehr als neun Prozent sei das Risiko, sitzen zu bleiben, in Berlin am größten. Dagegen müssten mit 2,1 Prozent nur wenige Schüler in Baden-Württemberg eine Extra-Runde drehen, hieß es.

Den Schülern bringt die Zwangspause nach Angaben der Forscher wenig. Sie drückten lediglich ein Jahr länger die Schulbank. "Es findet aber weder eine vorbeugende Förderung für potenzielle Sitzenbleiber statt, noch eine spezielle Förderung für die Kinder, die tatsächlich ein Jahr wiederholen müssen", hieß es in der Mitteilung weiter. Die so genannten "Ehrenrunden" kommen den Staat nach Angaben des Instituts zudem teuer zu stehen. Das Sitzenbleiben an den Hauptschulen koste die Steuerzahler bundesweit jährlich rund 239 Millionen Euro.

Hauptschüler schaffen selten den Sprung auf eine weiterführende Schule

Wie die Forscher weiter berichteten, schaffen Hauptschüler nur selten den Sprung auf eine weiterführende Schule. Im Schuljahr 2002/2003 wechselten danach nur knapp 30.000 oder 2,7 Prozent aller Hauptschüler auf eine Realschule. Nur 3.500 oder 0,3 Prozent schafften es auf ein Gymnasium und etwa 1.700 oder 0,15 Prozent auf eine Gesamtschule. Allerdings gehe immerhin jeder sechste Hauptschulabsolvent mit der mittleren Reife von der Schule, die in mehreren Bundesländern dort erlangt werden kann.

Wie das Institut weiter ermittelte, ist rund ein Viertel der Hauptschüler in Deutschland nicht in der Lage, einfache Texte zu verstehen. Damit zählten diese jungen Leute zur Risikogruppe, die kaum Aussichten auf eine vernünftige Berufsausbildung habe, hieß es weiter.

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