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BOCHUM: Dem Nachwuchs auf die Schliche kommen

Bochumer Maschinenbauer werben an Schulen für ihren Studiengang

Bochumer Maschinenbauer werben an Schulen für ihren Studiengang

Da der Berg höchst selten den Propheten aufsucht, muss er selbst die Initiative ergreifen. Getreu diesem Motto rührte die Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität im Januar intensiv die Werbetrommel. Studenten und Assistenten informierten und kommunizierten dort, wo der Nachwuchs zu Hause ist: in naturwissenschaftlichen Leistungskursen an Gymnasien und Gesamtschulen in Bochum und Umgebung.

Im Rahmen einer etwas anderen Unterrichtsstunde stand die Präsentation des Maschinenbaustudiums im Vordergrund. Schwerpunkte der Vorträge waren Informationen über Studieninhalte und deren Anforderungen sowie Zukunftsaussichten des Maschinenbau-Ingenieurs. Statt redegewandter Profis setzte die Fakultät hauptsächlich studierende »Jungingenieure« ein, die zumeist an ihren ehemaligen Schulen einen weniger akademischen sondern stärker auf Selbsterfahrung beruhenden Einblick gewährten. Auf diese Weise sollte möglichen Hemmnissen seitens der Schüler entgegengewirkt und die Vorträge in eine lockere Gesprächssituation überführt werden.

Maschinenbau bietet gute und vielfältige Perspektiven

Mit Hilfe derartiger Veranstaltungen wollen die Bochumer Maschinenbauer an einen positiven Trend anknüpfen: Nach jahrelanger Durststrecke stieg die Zahl der Neueinschreibungen an der Fakultät im laufenden Wintersemester um fast 40 Prozent. Damit dieser Wachstumstrend künftig anhält, wollen die Verantwortlichen dem potentiellen Nachwuchs vor allem die guten Berufsperspektiven aufzeigen. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht seit langem ein eklatanter Mangel an Fachkräften aus dem Bereich Maschinenbau. Und trotz der schwachen Konjunktur steigt der Anteil an den diesen Fachkräften in Unternehmen von Jahr zu Jahr.

»Leider kämpfen wir immer noch gegen den enormen Imageverlust unseres Faches Anfang der 90er Jahre, als gut ausgebildete Ingenieure keine adäquaten Arbeitsplätze mehr fanden«, erklärt Frau Dr. Iris Bertozzi, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Fakultät, das langjährige Dilemma. »Gute Studenten haben bei uns bereits nach sechs Semestern Kontakte zur Wirtschaft geknüpft und werden quasi abgeworben«. Dies hinge auch mit den Spezialisierungsmöglichkeiten an der Ruhr-Universität zusammen. Das Berufsfeld des Maschinenbauers biete heute Karrierechancen für mehr und mehr Schülerinnen und Schüler, die unterschiedlichste Talente und Interessen haben.

»Aquisitionsprojekt Nachwuchs« könnte zur Dauereinrichtung avancieren

Die jungen »Akquisiteure« kehrten ziemlich euphorisch von ihren Schulbesuchen zurück. Bis in die Pausen mussten sie Fragen beantworten und wurden vielfach für ihre »super geilen« Vorträge mit Lob überschüttet. Aufgrund dieses Erfolges wird die Fakultät das Projekt auch in den nächsten Jahren wieder durchführen. Verbessert und erweitert werden muss allerdings die Kontaktaufnahme zu Schulen und Lehrern, um dem Nachwuchs noch besser auf die Schliche zu kommen.

Die Schüler haben jetzt die Möglichkeit, innerhalb eines Berufsfindungspraktikums an der Fakultät für Maschinenbau mehr über das Studium zu erfahren. (sh)

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