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Familien-Studie: Zehn Dinge, die uns an unseren Eltern nerven

"Wie, du willst allein verreisen?" Was wir auch erreichen, für unsere Eltern bleiben wir Kinder. Von Bevormundung bis Einmischung: Hier sind zehn Dinge, die uns an unseren Eltern immer nerven werden.

Völlig egal, ob wir eine ganze Heerschar eigenen Nachwuchses in Schach halten, seit Jahrzehnten sturmerprobt auf eigenen Füßen stehen oder gar Führungspositionen ausfüllen: Für unsere Eltern bleiben wir immer Kinder. Das zeigt sich auch in der aktuellen Vorwerk-Familienstudie.

Im Auftrag des Hausgeräteherstellers befragte das Institut für Demoskopie in Allensbach über 1500 Männer und Frauen zur Situation von Familien in Deutschland. Wir schauen uns nacheinander verschiedene Aspekte dieser Studie an. Den Anfang macht ein leicht lästiges Thema: Was uns an unseren Eltern immer ärgern wird.

Am häufigsten beklagten die Befragten, dass stets alles nach den Vorstellungen ihrer Eltern zu laufen habe und sie sich zu sehr in ihr Leben einmischen. Besonders, sobald die Kinder selbst Kinder haben, steigt das Konfliktpotenzial rasant. In Erziehungsdingen unterlaufen unsere Eltern gern alle Konzepte und kosten den Oma-und-Opa-Bonus voll aus. Wohl nicht ganz ohne Genuss: Die kleine Rache für geraubte Nerven, schlaflose Nächte und pubertätsinduzierte Diskussionen …

Hier die zehn Dinge, die uns an unseren Eltern immer nerven werden:

• Alles soll nach ihren Vorstellungen laufen. "Ich habe dir endlich mal einen neuen Esstisch organisiert, den holst du dann am Samstag ab." Was Eltern dabei gern vergessen: "Gut gemeint" ist das Gegenteil von "gut".

• Sie mischen sich überall ein. "Bei Onkel Uwe im Büro ist eine super Stelle frei geworden. Mit Dienstwagen und Weihnachtsgeld und allem. Willst du dich nicht doch mal da vorstellen?" Nein, möchten wir nicht. Werden es aber noch mindestens zwölfmal ablehnen müssen.

• Sie hören nicht auf unseren Rat. "Quatsch. Ich muss überhaupt nicht zum Arzt, das ist nur eine Lappalie." Plötzlich machen wir uns Sorgen um sie, nicht mehr andersrum. Und das ist ihnen noch unangenehmer als uns.

• Sie verhalten sich in Gesprächen, als wäre man immer noch ein Kleinkind. "Hast du denn auch einen Eiskratzer im Auto?" Leider reicht die Antwort: "Natürlich, Papa" für gewöhnlich nie. "Und Winterreifen? Wann hast du überhaupt das letzte Mal Öl nachgeschaut?" Dass wir seit mindestens zehn Jahren einen Führerschein besitzen und erfolgreich Auto fahren - egal.

• Sie drängen zu viel unaufgeforderte Hilfe auf. "Du kannst deine Wäsche ruhig mitbringen, wenn du am Wochenende herkommst." Sinnlos? Ja, aber gegen Muttis Weichspülgang kann auch die eigene funktionsfähige Waschmaschine nichts ausrichten.

• Sie haben ganz andere Ansichten zur Kindererziehung. "Nun lass' die Mia-Sophie doch ihre Schokolade essen. Du hast auch als Kind immer so gern mal genascht." Und Mia-Sophie grinst schokoverschmiert auf unsere am Boden liegende elterliche Autorität herab.

• Sie sind oft intolerant. "Wieso spendest du dein Geld denn für Flüchtlinge? Die sollen halt Deutsch lernen und arbeiten gehen." Dass das nicht immer ganz so einfach ist, verstehen sie leider nur schwer.

• Sie haben ständig etwas auszusetzen. "Trägst du schon wieder so eine kaputte Hose? Kannst du dir nichts Anständiges kaufen?" Dass wir den Used-Look schon seit den 1990ern gekonnt inszenieren, spielt in Mutters geordneter Weltsicht leider keine Rolle.

• Sie sagen nicht, was sie wirklich wollen. "Nein, du musst Heiligabend natürlich nicht zu uns kommen. Wir sehen dich ja dann schon zu Ostern wieder." Es folgt: Erst vorwurfsvolle Stille, dann Kapitulation unsererseits und schließlich herzinfarktbegünstigende Weihnachtshetzerei zu mindestens zwei Gabentischen.

• Sie haben merkwürdige politische Ansichten. "Also, ich finde diesen Seehofer ja schon sehr sympathisch." Und uns fällt schlagartig wieder ein, warum wir uns früher die Haare rot färbten und mit einem Nasenring liebäugelten.

Ein kleiner Trost: Wir werden es bei unseren Kindern wahrscheinlich genauso machen.

jbw

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