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Gestresste Eltern: Bleibt doch mal locker

Und was machen wir heute? Nichts! Wer deckt den Tisch? Die Kinder! Wo ist das Kind? Keine Ahnung! Liebe Eltern, macht es euch doch mal bequem. Zehn gute Gründe warum.

Von Kristina Kroemer

Auf wenn es manchmal schwerfällt: Füße hoch und die Kinder machen lassen ...

Auf wenn es manchmal schwerfällt: Füße hoch und die Kinder machen lassen ...

Fragt man die 70 Jährigen Hagen Pless nach dem Highlight seiner Kindheit, muss er nicht lange überlegen. "Wir spielten in den Trümmern des zerbombten Hamburgs, bauten da unsere eigene Welt auf, und von unseren Eltern war weit und breit nichts zu sehen. Das war großartig!" Gut, die Vorstellung von in Kriegstrümmern spielenden Kindern dürfte heutigen Eltern an sich schon eine Horrorvorstellung sein, dennoch könnten sie sich von den Eltern von damals eine kleine Scheibe abschneiden: mal locker bleiben und die Kinder ziehen lassen.

Kinder machen Arbeit, keine Frage. Aber warum sich unnötig stressen lassen. Kinder, auch kleinere, können oft mehr, als ihre Eltern glauben. Man muss nicht gleich eine Helikopter-Mutter oder-Vater sein. Doch so eine kleine Überwachungsdrohne steckt doch in vielen Eltern. Sie legen sieben Jährigen noch morgens die Klamotten raus, räumen Kinderzimmer auf, schlichten Streit auf Spielplätzen oder schmieren selbst ihren 16 Jährigen Nachkömmlingen noch das Schulbrot – morgens um sechs, bevor sie mit dem Hund Gassi gehen, den sich die Tochter einst so gewünscht hatte.

Das "Projekt Kind"

Soweit, so normal. Die Steigerungsform sind die Helikopter-Eltern. Schon 1969 hat sich der israelische Psychologe Haim Ginott diesen Begriff für Mütter und Väter ausgedacht, die ihre Kinder keine Sekunde aus den Augen lassen. Den Kindern wird jede Schwierigkeit aus dem Weg geräumt.

Nach den Erfahrungen von Josef Kraus, Gymnasialdirektor und Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes, wächst die Zahl dieser Eltern rasant. In seinem Buch "Helikopter-Eltern – Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung" schätzt er, dass zehn bis 15 Prozent der Eltern permanent um ihre Kinder kreisen, Tendenz steigend. Er glaubt, dass bald schon ein Fünftel der Eltern ihr Kind zum Lebensinhalt, zum "Projekt Kind" machen. Mozart hören als Embryo, mit drei Chinesisch- und Englischunterricht, mit vier Musikförderung, dann Ballett, Tennis, Reiten, und alles natürlich in der Begleitung von Mami – manche Terminkalender von Kindern würden einen Manager sofort in den Burnout treiben.

Der Hamburger Diplom-Psychologe Michael Thiel sieht darin eine große Gefahr: "Überbehütete Kinder sind ängstliche Kinder", sagt er, "und aus ängstlichen Kindern werden ängstliche Erwachsene. Wenn alle Schwierigkeiten von ihnen ferngehalten werden, lernen sie nicht zu scheitern. Sie kennen deshalb auch nicht das Glücksgefühl, etwas selbst geschafft zu haben".

Die Leine für Kinder ist seit den Siebzigern 18 Kilometer kürzer geworden

Dabei ist gerade das so wichtig für eine gesunde Entwicklung. Kinder wollen zeigen, was sie gelernt haben und was sie können, sie wollen stolz sein auf das, was sie geschafft haben. Kinder sind Entdecker, sie wollen ihre Umwelt allein erforschen. Aber das ist heutzutage gar nicht mehr so einfach: Zahlen aus Großbritannien belegen, dass der so genannte Streifradius von Grundschulkindern in den 70er Jahren noch 20 Kilometer betrug. In den 90ern verkleinerte er sich auf vier Kilometer. Und heutige Stadtkinder haben einen Radius von mickrigen 1500 Metern – Schulweg eingeschlossen.

Höchste Zeit, dass Eltern lockerlassen, loslassen und sich einen Landeplatz suchen. das ist nicht nur gut für das Kind. Es ist auch gut für einen selbst.

Kristina Kroemer
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.