HOME

Stern Logo Familienbande

Deutsche Bildungslandschaft: Tausende Schulen mussten ihre Türen schließen

Der Zehn-Jahres-Vergleich zeigt: Es gibt weniger Schüler und Schulen in Deutschland. Und manche Schulformen stehen viel schlechter da als andere. Die größten Verlierer sind die Hauptschulen.

Vor zehn Jahren gab es noch 5387 Hauptschulen, heute sind es nur noch 3416

Vor zehn Jahren gab es noch 5387 Hauptschulen, heute sind es nur noch 3416

Die Schullandschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren stark verändert: Es gibt deutlich weniger Hauptschulen, dafür aber mehr Gesamtschulen, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Einen kleinen Boom erleben die Waldorfschulen.

Im Schuljahr 2012/2013 existierten in Deutschland etwa 34.400 allgemeinbildende Schulen. Das waren 15 Prozent weniger als vor zehn Jahren. Der Grund: Es gibt immer weniger Schüler. Die Gesamtschülerzahl schrumpfte binnen zehn Jahren um 13 Prozent - "insbesondere aus demografischen Gründen", wie Bildungsexpertin Andrea Malecki erklärt. Die Verkürzung der Schulzeit auf Gymnasien von neun auf acht Jahre in vielen Bundesländern verstärkte den Effekt.

So wurden in den vergangenen zehn Jahren 6100 Schulen in Deutschland geschlossen. Doch von den Schließungen waren die verschiedenen Schulformen unterschiedlich stark betroffen: Die Zahl der Hauptschulen ging um 37 Prozent zurück, die Realschulen wurden um 16 Prozent weniger.

Deutlich gewachsen ist hingegen die Zahl der Integrierten Gesamtschulen, in der Schüler mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung gemeinsam unterrichtet werden: plus 51 Prozent. Es gibt 22 Prozent mehr Waldorfschulen und 14 Prozent mehr Schularten mit mehreren Bildungsgängen.

"Die Neustrukturierungen der Schullandschaft", von denen das Statistische Bundesamt spricht, sind auch an den Schülerzahlen ablesbar: So besuchten im Schuljahr 2012/2013 insgesamt 36 Prozent mehr Schüler den Sekundarbereich II als noch vor zehn Jahren. Dazu zählen neben der gymnasialen Oberstufe auch berufsbildende Schulen, Abendschulen und Kollegs. Andrea Malecki begründet diese Entwicklung damit, dass "immer mehr junge Menschen den Erwerb der Hochschulreife anstreben".

vim/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity