hamburg Ein Jahrhundert voller Bilder

XXVI. Deutscher Kunsthistorikertag an der Universität Hamburg

XXVI. Deutscher Kunsthistorikertag an der Universität Hamburg

»Könntest Du vielleicht einen Kuchen backen? Marmor-, Sand- oder Käsekuchen, ganz egal.« In den letzten Wochen war es unmöglich, die Institutsbibliothek zu betreten und nicht von der Bibliotheksaufsicht auf eventuell vorhandene Backtalente angesprochen zu werden. Vom 21. bis zum 25. März findet unter dem Motto »Was war Kunstgeschichte im 20. Jahrhundert?« der XXVI. Deutsche Kunsthistorikertag an der Universität Hamburg statt und zur Organisation dieses wissenschaftlichen Kongresses wird vom Vortrag bis zum Buffet alles genau geplant.

Im Mittelpunkt des fünftägigen Kongresses stehen Kunst und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Rückschauend wird das letzte Jahrhundert als kunstgeschichtliche Epoche untersucht und unter Berücksichtigung theoretischer Modelle die Zukunft der Kunstgeschichte diskutiert. War die Kunstgeschichte, besonders in Deutschland, zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine Leitwissenschaft, die neben anderen etabliert gewesen ist, so spielt sie diese Rolle heute nicht mehr. Das zentrale Anliegen des Kongresses ist die Frage, wie die einst bedeutende Wissenschaft diese Stellung, angesichts der Omnipräsenz von Informations- und Biotechnologie, zurückgewinnen kann.

Aufgeteilt ist die Diskussion in vier Themenkomplexe. Ein historischer Komplex beschäftigt sich mit der Verstrickung deutscher Kunstgeschichte im Nationalsozialismus und mit den Konsequenzen der Emigration zahlreicher namhafter Kunsthistoriker für die gesamte Disziplin. Ähnlich wie in vielen anderen Bereichen gingen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten viele Wissenschaftler ins Ausland. In Deutschland blieben nur wenige, die sich zudem staatlicher Indokrination fügen mussten. Ein besonders prägnantes Beispiel ist hierfür die Malerei, die jegliche expressionistische Farbigkeit und Themenvielfalt einbüßen und statt dessen dem germanischen Motiv Platz machen musste.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Darstellung, wie die unterschiedlichen kunstgeschichtlichen Berufsfelder dazu beitragen können, dass die Kunstgeschichte wieder mehr an Bedeutung gewinnt. Aktuelle Forschungsansätze, die auch den Bezug zu anderen Wissenschaften herstellen, werden in den restlichen zwei Sektionen besprochen.

Viel Theorie erfordert natürlich auch Abwechslung. Am Samstag, dem 24. März findet im Westflügelbau eine Party statt, zu der Studenten einladen. Wir kommen! (yk)

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