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Henriette Hell: Was ich über Sex gelernt habe: Sex auf Festivals? Bloß nicht!

Wenn du bei 32 Grad auf einer platten Luftmatratze in einem Zelt liegst, in dem der Saft schon von der Decke tropft, dann weißt du, dass es falsch war, auf einem Festival Sex haben zu wollen. Spätestens, wenn er seine Schuhe auszieht ...

Arm in Arm laufen Paare über ein Festival-Gelände

Tolle Musik, angesäuselte Stimmung, seliger Festivalrausch – doch den Sex sollte man lieber auf hinterher verschieben ...

Es ist der perfekte Festival-Samstag. Die Sonne scheint wie verrückt, der verwegene Janis-Joplin-Gedächnislook steht dir hervorragend und du trinkst seit 11 Uhr gemütlich Prosecco-Mate auf Pegel. Vor dir auf der Bühne spielt gerade deine Lieblingsband, du wiegst dich mit deinen Freunden im Takt der – und bemerkst plötzlich, dass neben dir der heißeste Typ aller Zeiten steht. Kreisch! Ja, und jetzt? Mein Rat: FINGER WEG! Denn nach allem, was ich in den letzten Wochen gelernt habe, kannst du auf Festivals gar keinen guten Sex haben.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin normalerweise die Erste, die jeder unabhängigen, begehrenswerten und aufgeschlossenen Frau dazu raten würde, ihre sexuelle Hochphase in vollen Zügen auszukosten. Ich bin absolut pro Sex. Trotzdem gibt es eine Grenze für alles und die beginnt für mich spätestens dann, wenn man mit seiner Eroberung bei schwülen 32 Grad in einem verstaubten Zelt mit wackeligen Heringen und einer platten landet, in dem der Saft bereits in kleinen Wasserfällen von der Decke tropft, während neben einem ein feuchtes Handtuch, Klorollen und die Klamotten vom Vortag vor sich hinvegetieren. Draußen – das Gegröle der betrunkenen Freunde, die euch schlimmstenfalls sogar meinen, anfeuern zu müssen. Und dann der Schock, wenn dein auserwählter Sexualpartner nach vier Tagen Festival seine Dr. Martens auszieht und du allein schon vom Mief seiner Socken flachgelegt wirst ...

Umklammern sich dennoch alsbald eure nackten, klebrigen, von braunem Staub überzogenen Leiber, werden das die Mücken sicherlich begrüßen – und eure Hinterteile mit kleinen roten "Knutschflecken" übersehen. Ach, oh Schreck, wo sind eigentlich die Kondome? Irgendwo im Rucksack, ganz unten, vergraben? Oder im Kulturbeutelchen? Mist! Schon viel zu dunkel zum Suchen und die Handy-Taschenlampe geht auch nicht. Akku alle ... "Aua! Mensch, pass doch auf, das war mein Auge!" – "Pass doch selber auf. Was kann ich denn dafür?!" – "Mist, ich muss mal ..." – "Was, jetzt? Aber das nächste Dixie-Klo ist bestimmt zwei Kilometer weit weg!" – "Hilft ja nix ." – "Okay, dann bis gleich." Und dann war's das nämlich, weil der geschätzte Sexualpartner im Mondenschein und spärlichen Scheinwerferlicht mit 1,7 Promille im Blut natürlich nicht mehr zurück findet zu deinem Zelt of Love. Scheiße!!!

Also macht's mit Stil und verschiebt euer animalisches Nümmerchen am besten auf NACH dem Festival. In sauberer Umgebung. Bei Tageslicht. Mit griffbereiten Verhüterlis im Nachtschränkchen. Allright?! 


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