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Wegen Crouzon-Syndrom: Junge mit Behinderung wird schwer gemobbt. Seine Mutter richtet einen emotionalen Appell an alle Eltern

Der zwölfjährige Silas Roest aus Dänemark lebt seit seiner Geburt mit dem Crouzon-Syndrom, wodurch sein Kopf deformiert ist. Bei einem Zoobesuch wurde er deswegen von mehreren Kindern gemobbt. Seine Mutter appelliert an alle Eltern: "Sagt euren Kindern, wie man sich benimmt!"

Der Facebook-Beitrag von Silas Roest Mutter Malene

Der Facebook-Beitrag von Silas Roests Mutter Malene

Es sollte eigentlich ein schöner Tag für den zwölfjährigen Silas Roest aus der Nähe von Kopenhagen werden. Der Junge lebt seit seiner Geburt mit dem sogenannten Crouzon-Syndrom, einer genetischen Erkrankung, die zu einer Deformierung des Schädels führen kann. Krankenhausbesuche gehören für Silas daher leider zum Alltag, 30 mal musste er deswegen schon operiert werden. Ein Besuch im Kopenhagener Zoo sollte ein kleiner Ausbruch aus diesem Alltag werden. Dort wollte Silas gemeinsam mit seiner Mutter Malene Ramsing Roest die Pandas bestaunen, die seit Kurzem im Zoo leben. Seine Lieblingstiere.

Doch für Silas endete der Ausflug nicht so schön, wie erhofft. Denn gleich mehrere Kinder machten sich im Laufe des Besuches über Silas lustig und mobbten ihn, so seine Mutter Malene laut dem Sender TV2. Mindestens 15 mal sei es zu solchen Vorfällen gekommen. Insbesondere zwei sechsjährige Kinder seien schlimm gewesen: "Sie zeigten (auf Silas, Anm. d. Red.), lachten, machten Würgegeräusche und holten sich Freundinnen, damit sie die Freakshow auch sehen konnten. Die anderen brachen zusammen vor Lachen und riefen 'Igitt!'", erzählte Malene Ramsing Roest, die den Vorfall auf Facebook beschreibt.

Kære forældre og pædagoger til børn som i dag den 21.5.2019 har været i Kbh zoo med børnehave/ skole. Her er lidt af min...

Gepostet von Malene Ramsing Roest am Dienstag, 21. Mai 2019

Mutter: "So etwas tut mir richtig weh"

Sie stellte die beiden Sechsjährigen zur Rede und sagte ihnen, dass sie aufhören sollten. Sie konfrontierte auch den Pädagogen der Kinder, der sofort das Mobbing unterband. Später kam es zu einem weiteren Vorfall, bei dem eine Gruppe Mädchen von circa zehn Jahren über Silas tuschelte und auf ihn zeigte. Auch in diesem Fall sprach Mutter Malene mit den Mädchen, die sich verlegen zeigten. "So etwas tut mir richtig weh", erzählte sie der Zeitung "B.T.".

"Silas wird wütend und traurig über so was. Er weiß nicht, wie er darauf reagieren soll, aber er wird belästigt. Und als Mutter will man ja alles tun, um ihn und seine Gefühle zu beschützen", erzählte Malene Ramsing Roest TV2. Sie und Silas seien es gewöhnt, dass Menschen neugierig sind, schauen, tuscheln oder Fragen stellen. Aber die Ereignisse im Kopenhagener Zoo ließen die 46-jährige Mutter vor Wut kochen und sie schrieb in ihrem Appell bei Facebook: "Es ist nicht einfach, wenn sogenannte 'normale' Kinder nicht von zu Hause aus lernen, wie man sich anderen Menschen gegenüber verhält. Denn auch wenn der Mensch anders aussieht und man so etwas vorher nicht gesehen hat, ist es NICHT in Ordnung zu lachen, mit dem Finger zu zeigen, zu kichern, Grimassen zu schneiden, Würgegeräusche zu machen oder schlecht über andere Menschen zu reden."

Malene Ramsing Roest schreibt in dem Facebook-Beitrag, der fast 18.000 Mal geteilt wurde und mehr als 8600 Kommentare hat, weiter: "Mein Sohn ist auch ein Mensch mit Gefühlen. Denken Sie daran, mit ihren Kindern darüber zu sprechen, wie man sich gegenüber anderen Menschen verhält, ob mit oder ohne Behinderung." Laut ihr werde Silas in der Schule, wo er die 5. Klasse besucht, nicht gemobbt. In der Öffentlichkeit habe Silas hingegen häufiger mit Mobbing zu kämpfen. Seine Mutter rät anderen Eltern, ihre Kinder zu ermutigen zu fragen, warum Silas so aussieht, wie er es tut. So bekäme man am besten mit, dass Silas ein ganz normaler Junge ist.

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Quellen: TV2, "B.T.", "Ekstra Bladet", Facebook

rw

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