HOME

Warnung eines Psychiaters: "Fortnite", das Spiel, das eure Kinder alle spielen, solltet ihr verbieten

"Alle anderen dürfen aber auch" ist wahrscheinlich der häufigste Satz, den sich Eltern anhören müssen, wenn sie mal etwas verbieten. Ein amerikanischer Psychiater rät Eltern jedoch dringend, sich das Heft nicht aus der Hand nehmen zu lassen. Und "Fortnite" nicht zu erlauben. Denn der Hype um das Spiel hält an.

Eine Junge sitzt mit Kopfhören am Computer

Bloß weil "Fortnite" ab 12 Jahren freigegeben ist, ist das kein Grund für Eltern, ihren Kindern dieses Videospiel zu erlauben. Es könne dazu führen, gegenüber Gewalt abzustumpfen, meint der US-Psychiater Dr. Leonard Sax.

Getty Images

Wenn es ein Spiel gibt, über das derzeit alle 13-Jährigen reden, ist es "Fortnite". Das ist in den USA so, das ist in Deutschland ebenso. Denn der Hype um das Ballerspiel von Epic Games hält an und wird gefühlt immer größer. Wer bislang keine Gelegenheit hatte, einem Teenager dabei über die Schulter zu sehen, erhält hier eine Minibeschreibung: Männer in Ritterrüstungen laufen mit Maschinengewehren unter dem Arm durch die Gegend und schießen jeden ab, der ihnen entgegenkommt. Ritterspiele im Shooter-Stil.

In der amerikanischen "Psychology Today" äußerte sich vor einigen Monaten deshalb Dr. Leonard Sax zu "Fortnite" und hat Eltern dringend davon abgeraten, "wie die Lemminge zu erlauben, was andere Eltern auch erlaubt haben". "Fortnite Battle Royale", wo Spieler gegeneinander antreten, wird ohne Altersfreigabe angeboten. Die Unabhängige Selbstkontrolle begründet es so: "Während für den Verkauf an Kinder und Jugendliche im stationären Handel eine entsprechende Altersfreigabe zwingend notwendig ist, muss der Jugendschutz im Internet durch andere Vorgaben sichergestellt werden." In der Nintendo-Switch-Fassung wird es ab 16 Jahre eingestuft. Doch bereits wesentlich Jüngere jiepern darauf, endlich mitreden zu können. Bei Menschen unter 18 Jahren könne "Fortnite" aber dazu führen, gegenüber Gewalt abzustumpfen, so der Arzt.

Eltern tun sich jedoch schwer damit, konsequent zu bleiben, wenn ihr Kind "das einzige ist, das 'Fortnite' nicht spielen darf".

Euer Kind, eure Regeln

Dr. Sax zitiert Elternteile, die konkret fragen: "Ich möchte, dass mein Sohn glücklich ist. 'Fortnite' zu spielen, macht ihn glücklich. Warum sollte ich ihn also nicht spielen lassen?" Das Kind glücklich zu machen, meint Sax, sei wirklich niedrigschwellig. Kein Kind würde mit dem Wunsch geboren, ein großer Wissenschaftler, Komponist, Lehrer oder Unterhalter zu werden. Sie müssten lernen, ihre Möglichkeiten zu erkennen – jenseits dessen, was sie in dem animierten Videospiel sehen. Er belehrt die Eltern mit den Worten: "Es ist euer Job als Eltern, Wünsche zu wecken: eine Sehnsucht nach etwas Anderem, Besseren, Nachhaltigerem als Videospielen oder Kim Kardashian und Kylie Jenner bei Instagram."

Wer sich einen Eindruck von "Fortnite" verschaffen will, findet dazu reichlich Videos wie dieses bei Youtube.

Eltern müssen die Courage haben, ihren Kindern zu sagen: Das ist nicht gut für dich, sagt Sax. Stattdessen brauchen Kinder sozialen Umgang und körperliche Bewegung, am besten draußen. Sie brauchen nachts erholsamen Schlaf. Kinder, die "Fortnite"-süchtig seien, seien in der Regel zu all dem weniger bereit beziehungsweise in der Lage.

Natürlich muss man nur wegen "Fortnite" nicht sämtliche Videospiele verbieten. Doch klare Regeln helfen, einen täglichen Streit zu vermeiden. Sax listet die Erfahrungswerte aus Studien auf:

  • nicht länger als 40 Minuten pro Abend an Schultagen
  • nicht länger als eine Stunde pro Tag am Wochenende
  • Die Zeiten lassen sich nicht aufsparen: Wer drei Wochen lang nicht spielt, darf deswegen noch lange nicht samstags sieben Stunden durchspielen. Das ist Sucht-Spielen, das ist schädlich.
  • Es darf erst gespielt werden, wenn die Hausaufgaben und die Pflichten im Haushalt erledigt sind.
Videospiel-Klassiker: "Street Fighter" gibt's bald als Brettspiel - die Idee kam beim Kiffen


Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.