HOME

Warnung der WHO: Babys, die mit Milchpulver ernährt werden, sollen später anfälliger für Übergewicht sein

Die WHO stellte im Rahmen einer großangelegten Studie fest, dass Babys, die mit Milchpulver großgezogen werden, später eine 25 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, übergewichtig zu werden. Versprechen der Hersteller seien irreführend.

Babys, die viel Flaschenmilch trinken, sollen später eher übergewichtig werden

Babys, die statt Muttermilch angerührtes Milchpulver trinken, sollen später leichter übergewichtig werden

Unsplash

Insgesamt 30.000 Kleinkinder überwachte die World Health Organisation (WHO) im Rahmen einer Studie, die den Effekt von handelsüblichem Milchpulver auf die Entwicklung von Babys klären sollte. Neugeborene, die von ihren Müttern nicht gestillt werden oder werden können, sind aufs Fläschchen angewiesen. Mit den Ergebnissen ihrer Studie sind die Wissenschaftler und Mediziner der WHO allerdings nicht zufrieden.

Was die Forscher feststellten: Babys, die in den ersten sechs Monaten ausschließlich angerührtes Milchpulver erhielten, hatten später eine 25 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, übergewichtig zu werden als ihre Altersgenossen, die in dieser Zeit nur Muttermilch bekamen. Dr. João Breda von der WHO kritisiert: "Wir sollten das irreführende Marketing von Milchpulver einschränken, das Mütter glauben lässt, es sei genau so gut wie Muttermilch."

Muttermilch schützt vor Infektionen und Übergewicht

In Europa bekommen nur 20 Prozent aller Babys während der ersten sechs Monate ausschließlich Muttermilch. Dabei hat das Stillen durchaus noch mehr Funktionen, als Kinder satt zu machen. "Es liefert dem Baby eine Art erster Impfung, schützt es vor Infektionen und beeinflusst auch auf lange Sicht seine Gesundheit, unter anderem ist es ein erster Schutz vor Übergewicht", sagt Sue Ashmore von Unicef. "Muttermilch ist perfekt für Babys."

Mütter, die nicht stillen können, haben natürlich kaum eine andere Wahl als zu Milchpulver zu greifen. Was die WHO kritisiert, ist vielmehr die Botschaft der Hersteller, dass die Instantnahrung ein gleichwertiger Ersatz für Muttermilch sei – und die Entscheidung fürs Fläschchen deshalb eine Lifestyle-Option, die für das Kind keine Konsequenzen habe. Dr. João Breda fordert: "Wir bräuchten mehr Maßnahmen, um Mütter zum Stillen zu ermutigen. Anständig bezahlte Elternzeit etwa." Die ist in vielen Ländern nicht gegeben, was regelmäßiges Stillen unmöglich macht.

Quelle: "Daily Record"

Kleiner Lebensretter: Baby soll bei seiner Mutter Brustkrebs erkannt haben
wt
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity