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Verseuchung mit Melanin Erneuter Milchpulver-Skandal in China


In China haben die Behörden erneut mit der Chemikalie Melamin verseuchtes Milchpulver entdeckt. In der Provinz Gansu im Nordwesten des Landes wurden 76 Tonnen des Produkts beschlagnahmt.

Zwei Jahre nach dem Skandal um verseuchte Milchprodukte in China sind dort erneut mit Melamin belastete Lebensmittel entdeckt worden. In mindestens zwei Provinzen tauchten verseuchte Milchprodukte auf, darunter Milchpulver, das eigentlich bereits 2008 hätte vernichtet werden sollen, wie staatliche Medien am Freitag berichteten.

Die Produkte wurden in Fabriken in den Provinzen Qinghai im Westen des Landes und Jilin im Nordosten gefunden. Ein Fabrikbesitzer und ein Produktionsleiter wurden festgenommen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die gefundenen Milchprodukte überschritten die zulässigen Grenzwerte für Melamin um das 500-fache. Die Ausgangsstoffe stammten dem Bericht zufolge aus den Provinzen Shaanxi und Hebei, die Produkte wurden nach Jiangsu und Zhejiang weiterverkauft. Diese Lieferkette legt nahe, dass mit Melamin belastete Produkte noch in vielen Teilen des Landes im Handel sind.

Im Juni fanden die chinesischen Behörden nach dem Bericht von Xinhua in Qinghai 64 Tonnen Material für die Herstellung von Milchpulver und 12 Tonnen fertiggestelltes Pulver, die mit Melamin verseucht waren. In einem anderen Fall wurden rund 1.000 Packungen Milchpulver in Jilin aus dem Verkehr gezogen.

Im Herbst 2008 waren in China fast 300.000 Säuglinge an mit Melamin verseuchter Babynahrung erkrankt, sechs Babys starben. Die Industriechemikalie Melamin kann die Bildung von Nierensteinen und Nierenversagen verursachen. Sie war in mit Wasser gestreckte Milch gemischt worden, um einen hohen Proteingehalt vorzutäuschen. Wegen des Skandals wurden mehrere Personen hingerichtet. Immer wieder werden aber schwere Versäumnisse bei der Aufklärung der Vorgänge deutlich.

APN/AFP

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