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Daddylicious: Studie beweist: Jungs spielen Fußball, Mädchen stehen am Herd

Daddylicious-Autor Kai Bösel hat sich eine Studie vorgeknöpft und daraus seine ureigensten Schlüsse gezogen. 

Spielzeug

In einem Alter, in dem sie sich ihres eigenen Geschlechts noch gar nicht wirklich bewusst sind, greifen Kleinkinder zu "genderspezifischem" Spielzeug

Hätte ich diese Überschrift ohne die zwei Worte "Studie beweist" formuliert, müsste ich mich jetzt wahrscheinlich warm anziehen. Dann sähe ich die Trolle schon aus den düsteren Winkeln des Internets aufsteigen und die Messer wetzen. Aber auf diese Gender-Diskussion muss ich mich zum Glück gar nicht einlassen. Denn kluge Menschen haben es bewiesen und ich erzähle nur davon.

Geforscht haben die Wissenschaftler der City University London und UCL. Sie haben 101 Jungs und Mädchen in drei Altersgruppen beobachtet. In der gewohnten Umgebung ihrer Kinderkrippen und ohne Eltern in der Nähe wurde Spielzeug angeboten und dann beobachtet, wie die Kleinen darauf reagieren. Besonders interessant sind die Ergebnisse im Kindesalter 9 bis 17 Monate, so Dr. Brenda Todd, Dozentin für Psychologie an der City University. Von den Kindern, die gerade krabbeln oder laufen können und somit in der Lage sind, sich für ein Spielzeug zu entscheiden, griffen die Jungs am liebsten zum Ball und die Mädchen am ehesten zum Kochtopf. Weniger Anklang fanden die restlichen Testspielzeuge wie ein rosa Teddybär, ein Auto, ein Bagger oder ein blauer Teddybär.

Das ist insofern etwas verwunderlich, als das sich hier geschlechtsspezifische Verhaltensunterschiede bereits in einem Alter einstellen, in dem Kinder ihre Geschlechtszugehörigkeit noch gar nicht demonstrieren. Die Entscheidung für ein Spielgerät scheint also andere Ursachen zu haben. Erstaunlicherweise interessieren sich sowohl Mädchen als auch Jungen mit zunehmendem Alter immer stärker für jungentypische Spielsachen.

Damit ist endlich bewiesen, was wir Eltern doch eigentlich schon längt wissen: Dass sich Töchter schon in ganz jungen Jahren nur noch für pinke Klamotten entscheiden, liegt nicht daran, dass ihr Kinderzimmer rosa gestrichen ist. Es ist den Kleinen bereits in die Wiege gelegt. Und dass der Sohn total auf Fußball steht, liegt nicht am übermäßigen TV-Konsum bei der EURO2016. Also lasst die Jungs, sobald sie den kleinen Ball greifen können, die Pille wahllos durch die Bude pfeffern. Und stellt der kleinen Dame des Hauses gern das Puppen-Topfset bereit.


Wundert Euch aber nicht, wenn später dann auch die kleinen Kerle mal am Herd landen und die Mädels mit dem Bagger oder der Eisenbahn spielen. Das ist alles nur eine Frage der Gene, da könnt ihr gar nichts dran schrauben. Zum Glück gibt es die Wissenschaft.

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