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Baden-Württemberg Drittklässlerin soll Strafarbeit schreiben, weil sie in der Pause Türkisch gesprochen hat

Schülerinnen unterhalten sich auf dem Schulhof
Schülerinnen unterhalten sich auf dem Schulhof (Symbolbild)
© martin-dm / Getty Images
Wie viel Muttersprache ist erlaubt? Und wann und wo? In der Schule auf dem Pausenhof darf's nur Deutsch sein, befand eine Lehrerin im Schwarzwald-Baar-Kreis und brummte einer Schülerin eine Strafarbeit auf. Die Eltern des Mädchens schalteten einen Anwalt ein.

Im württembergischen Schwarzwald-Baar-Kreis ordnete eine Lehrerin an, dass eine Grundschülerin aus der dritten Klasse eine halbseitige Strafarbeit schreiben müsse. Das Mädchen soll mit seiner Freundin während der Pause auf dem Schulhof Türkisch gesprochen haben, berichtet die "Bild"-Zeitung. Das Thema des halbseitigen Aufsatzes sollte lauten: Warum wir in der Schule Deutsch sprechen. 

Nun muss sich die Schulaufsicht mit dem Fall beschäftigen, denn die Eltern des Mädchens machten ihrem Ärger über dieses Vorgehen ganz offiziell Luft. Sie schalteten einen Anwalt ein, der Widerspruch gegen die Strafe einlegte. 

Türkische Elternbeiräte empört

Was die Pädagogin zu dieser Maßnahme veranlasst hat, ist bislang nicht bekannt. Doch geht es hier nicht so sehr um die Strafarbeit von einer halben Seite, sondern um ein Grundrecht. Wie die "Bild" berichtet, meldete sich auch die Föderation der Vereine Türkischer Elternbeiräte in Baden e.V. zu Wort: "Es kann nicht sein, dass Schülerinnen eine Bestrafung bekommen, weil sie außerhalb des Unterrichts im Pausenhof sich untereinander in der türkischen Muttersprache unterhalten“, teilte der Vorsitzende Kemal Ülker mit. Die verhängte Strafe hat nicht nur Einfluss auf das eine Mädchen: Die Kinder seien durch "dieses grundgesetzwidrige Verhalten der Lehrkraft, der Bestrafung für etwas nicht Verbotenes, verängstigt und verunsichert" worden.

Heike Spannagel, Sprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg, bestätigte den Vorfall und seine Konsequenzen am Dienstag, berichtet die "Bild": "Selbstverständlich nehmen wir derartige Vorwürfe einer Diskriminierung von Personen oder Gruppen sehr ernst." Das Staatliche Schulamt Donaueschingen sei beauftragt worden, eine Einschätzung von der Schule einzuholen. "Eine abschließende Stellungnahme liegt uns noch nicht vor. Deshalb können wir auch derzeit keine Bewertung des Vorgehens der Schule bzw. der Lehrkraft abgeben."

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Muttersprache ist nicht verboten

Grundsätzlich existiert kein Verbot, sich in der Schule oder der Pause in einer nicht-deutschen Sprache zu unterhalten. Allerdings gebe es auch Situationen, so Spannagel, in denen pädagogische Gründe dazu führten, die Kinder zu bitten, auf Deutsch miteinander zu sprechen. Einer davon sei die Kommunikation in einer Gruppe, in der alle verstehen sollen, worüber geredet wird.

Das allerdings, war hier wohl nicht der Fall.

Quelle: "Bild"

bal

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