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Neue Medien: Smartphones in der Schule - verbieten oder sinnvoll nutzen?

Ein Leben ohne Handy können sich Jugendliche nicht vorstellen. In der Schule müssen die Geräte aber oft aus bleiben - obwohl es viele Möglichkeiten gibt, Smartphones in den Unterricht zu integrieren.

Junge Mädchen und ihr Handy - niemals ohne!

Junge Mädchen und ihr Handy - niemals ohne!

Schon in der 5. Klasse packen Schüler ihr Smartphone so selbstverständlich in den Ranzen wie das Pausenbrot und die Trinkflasche. 92 Prozent der 14- bis 19-Jährigen haben ihr Handy laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom in der Schule dabei. Sie hören Musik und chatten, recherchieren aber auch Lösungen oder fotografieren Tafelbilder ab. Offiziell allerdings ist 66 Prozent der Jugendlichen die Nutzung von Mobiltelefonen im Unterricht untersagt. 18 Prozent berichten gar von einem generellen Handy-Verbot in ihrer Schule.

Gleichwohl: Langfristig kann das Smartphone nicht von den Schulfluren verbannt werden, darüber sind sich Experten einig. Auf der Bildungsmesse Didacta in Hannover demonstrieren zahlreiche Aussteller, welche Vorteile Neue Medien für Unterricht und Schulorganisation haben können.

Das Digitale Schwarze Brett zum Beispiel hängt nach Angaben des Unternehmens heinekingmedia bereits in etwa 6500 Schulen, rund 700.000 Mal wurde die dazugehörige App bereits heruntergeladen. "Die Schüler können so morgens auf ihrem Smartphone den Vertretungsplan anschauen und erfahren nicht erst in der Schule, dass die erste Stunde ausfällt", sagt Geschäftsführer Andreas Noack.

Ausstattung mangelhaft

Auch die Schulbuch-Verlage haben längst Apps für das virtuelle Klassenzimmer entwickelt. Die digitalen Inhalte könnten den Unterricht erweitern und Jungen und Mädchen das Schleppen eines Teils ihrer Bücher ersparen. Voraussetzung ist allerdings, dass die entsprechenden Geräte zur Verfügung stehen und diese auch von den Pädagogen bedient werden können.

Der Kölner Lehrer André Spang koordiniert das Tablet-Projekt seiner Schule und stellt Entwürfe für einen papierfreien Unterricht ins Netz. Er sieht seine Kollegen bei der Nutzung Neuer Medien alleingelassen und fordert eine bessere Grundausstattung an den Schulen. "Das Thema Smartphones gehört unaufgeregt in den Unterricht mit hinein. Die Neuen Medien sind im Alltag überall, nur die Schule fällt da raus", kritisiert Spang.

Dieses Missverhältnis macht viele Jugendliche wütend. Der Landesschülerrat Sachsen etwa gibt unter der Überschrift "Generelles Handyverbot an Schulen?! Nicht mit uns!" Argumentationshilfen. Die Schüler der Theodor-Storm-Schule in Husum an der Nordsee haben mit monatelangen Protesten eine Lockerung der "Mediennutzungsregelung" erzielt. "Ein Verbot ist überflüssig. Man sollte eher durch Prävention vor Cybermobbing und ähnlichem schützen und den Umgang mit Neuen Medien erlernen", sagt Schülersprecher Jan Perner.

Ältere Schüler als Vorbild

Das Handy helfe beim Schummeln, Gewaltvideos würden auf dem Schulhof gemeinsam angeschaut, Nacktfotos von Schülerinnen seien im Umlauf: Häufig kommen nur die negativen Aspekte in die Schlagzeilen. "Kinder müssen informiert und aufgeklärt werden über das Recht am eigenen Bild, die Vertraulichkeit des Wortes und Urheberrechtsfragen. Viele wissen nicht, wann sie in einen strafbaren Bereich kommen", sagt Birgit Kimmel, pädagogische Leiterin der EU-Initiative Klicksafe. Nicht alle Eltern seien dazu in der Lage, ihre Kinder zu beraten.

Die Expertin sieht daher die Schulen in der Verantwortung, Präventionsprojekte zu etablieren. Besonders gut funktioniere dies, wenn Jugendliche als Medienscouts Gleichaltrige und Jüngere beraten, sagt Kimmel: "Die Älteren sind dann Ansprechpartner bei der Nutzung von Handys, aber auch bei Problemen wie Mobbing oder Sexting."

Christina Sticht, DPA / DPA
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.