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Netz-Reaktionen auf ICILS-Studie: Deutschland ist digital nur im Mittelfeld? Kein Wunder!

Schüler, Lehrer, Eltern, alle sind genervt: Die digitale Ausstattung an Schulen ist oft veraltet, Informatikunterricht fehlt oft völlig. Auf Facebook und Twitter fordern sie Veränderung.

Auf Büchern die Zeit verschlafen? Deutschland braucht dringend mehr Informatikunterricht.

Auf Büchern die Zeit verschlafen? Deutschland braucht dringend mehr Informatikunterricht.

Die ICILS-Studie untersuchte zum ersten Mal den Umgang mit Computern und dem Internet von Schülern auf der ganzen Welt. Gestern wurden die Ergebnisse veröffentlicht und die Deutschen schnitten nicht gut ab. Wir landeten hinter Tschechien, im Mittelfeld, und bei der Verwendung von PCs im Unterricht sogar auf dem letzten Platz.

Eltern, Lehrer und Schüler wundert dieses Ergebnis überhaupt nicht. In den sozialen Medien machen sie ihrem Ärger deutlich Luft. Ein Junge postete auf Facebook unter den stern-Artikel, in dem sich die Lehrer über die digitale Ausstattung beklagen:

"Ich, selbst Schüler einer Oberschule in Berlin, kann dem nur zustimmen. Windows XP zu benutzen (Erschien im Jahre 2001) ist absolut unzeitgemäß."

Und eine Mutter bestätigt: "Ja, das stimmt. Bei meiner Tochter an der Grundschule gibt es eine Homepage AG, in der die Kinder die gesamte Zeit darauf warten, dass der Rechner hochgefahren wird. Kaum ist der oben, ist die Zeit vorbei! Da könnten sich deutsche Schulen mal im Umland ein Beispiel nehmen!"

Der Dortmunder Erziehungswissenschaftler Wilfried Bos, der den deutschen Teil der Studie leitete, kommentierte die Ergebnisse zynisch, er wird auf Twitter zitiert:

Der Ruf nach Informatikunterricht wird lauter. Manche Schule bietet das Erlernen von Programmierkenntnissen in Projektgruppen, Zusatzkursen oder Laboreinheiten an. Um aus jugendlichen Frontend-Usern kompetente Backend-Profis zu machen, braucht es jedoch mehr: eine digitale Agenda für Schulen.

Auf Facebook fasst es ein User zusammen: "Alle nutzen Smartphones, Tablets und gelegentlich Laptops und PCs, aber nur ein Bruchteil versteht, was da eigentlich hinter dem Bildschirm vor sich geht. Wird doch alles als selbstverständlich abgetan. Dem Menschen wird sein natürliches Interesse an der Umwelt abgewöhnt - durch die Einfachheit und fehlende Denkanstöße der modernen Consumer Technology. Gegen diese Technologie kann und sollte man nichts machen, gegen die fehlende Bildung zu diesem Thema schon."

bal

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