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Kids-Verbraucheranalyse 2012 Kinder kriegen deutlich mehr Taschengeld

Sechs- bis 13-Jährige bekommen fast zehn Prozent mehr Taschengeld als 2011. Laut der aktuellen Kids-Verbraucheranalyse sind nach wie vor Süßes und Comics beliebt. Surfzeiten im Internet werden länger.

Kinder und Jugendliche in Deutschland haben sich in den vergangenen Monaten über eine saftige "Tariferhöhung" freuen können: Die Eltern der Sechs- bis 13-Jährigen erhöhten die monatlichen Taschengeldzahlungen im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozent auf durchschnittlich 27,18 Euro, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten Kids-Verbraucheranalyse 2012 hervorgeht. Das Taschengeldbudget erreichte damit einen neuen Höchststand.

Auch sonst haben Eltern und Verwandte offensichtlich mehr Geld für den Nachwuchs übrig: Die Summe der jährlichen Geldgeschenke etwa zum Geburtstag oder zu Feiertagen stieg bei den Neun- bis 13-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr um rund 6,6 Prozent auf 210 Euro im Jahr, wie die im Auftrag des Berliner Comic- und Jugendmagazinverlags Egmont Ehapa erstellte repräsentative Befragung ergab.

Taschengeld fließt in Süßigkeiten, Comics und Spielzeug

Einer Hochrechnung zufolge fließen in diesem Jahr voraussichtlich rund 2,87 Milliarden Euro an Taschengeld, Geldgeschenken und kleineren familieninternen "Verdiensten" an Nachwuchs, wie die Autoren mitteilten. Auch die Ausgaben der Eltern für Kleidung oder Handykosten hätten sich gegenüber 2011 erhöht.

Wie viel monatliches Taschengeld der Nachwuchs im Einzelnen bekommt, hängt dabei stark vom Alter ab. Die Zehn- bis 13-Jährigen erhalten im Schnitt 34,30 Euro, bei den Sechs- bis Neunjährigen sind es 18,78 Euro im Monat. Immerhin auch mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Vorschulkinder im Alter von vier bis fünf Jahren bekommt schon ein Taschengeld - und zwar im Schnitt 14,26 Euro.

Ausgegeben wird das Geld von den Neun- bis 13-Jährigen der Befragung zufolge vor allem für Süßigkeiten (63 Prozent), Comics und Zeitschriften (44 Prozent), Getränke (36 Prozent) und Eis (35 Prozent). 27 Prozent der Kids investieren in Spielzeug und Spiele, 19 Prozent in Sammelkarten sowie Sticker und 15 Prozent in Kinokarten. 13 Prozent müssen mit dem Taschengeld für Handykosten aufkommen.

Internetnutzung intensiviert sich

Mittlerweile 78 Prozent der Zehn- bis 13-Jährigen besitzen ein eigenes Handy - über alle Altersgruppen hinweg sind es 53 Prozent. 17 Prozent aller Handybesitzer haben sogar ein Smartphone.

Beim Thema Computer- und Internetkonsum lassen sich nach Jahren stürmischen Wachstums Sättigungstendenzen erkennen. In der Altersgruppe ab sechs Jahre stagniert die Zahl der Kinder mit Computerzugang bei 80 Prozent auf hohem Niveau. Ganz ähnlich sieht es bei der Internetnutzung aus: 74 Prozent des Nachwuchses hat Online-Erfahrung, so viel wie 2011.

Allerdings intensiviert sich die Internetnutzung bei den über Zehnjährigen. Bei diesen ist fast jeder Zweite nahezu täglich online - fünf Prozent mehr als 2011. Auch Vier- bis Fünfjährigen kennen sich teils schon mit Computern aus (23 Prozent) oder surfen im Internet (14 Prozent).

Kinder lesen weiterhin Bücher

Zu Lasten traditioneller Medien geht das der Studie zufolge übrigens nicht. Es gibt weiterhin kaum ein Kind oder einen Jugendlichen, der nicht wenigstens hin und wieder zu gedruckten Geschichten greift. Konstante 96 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen beschäftigen sich demnach mit Magazinen, 91 Prozent der insgesamt 6,04 Millionen jungen Deutschen dieser Altersgruppe lesen Bücher.

Für die jährliche Befragung führten Experten im Februar und März dieses Jahres mehr als 2000 Interviews mit Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern. Nach Angaben des Verlags ist die bereits zum 20. Mal erschienene Kids-Verbraucheranalyse zu Konsum- und Medienverhalten die führende ihrer Art.

lin/AFP/DPA DPA

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